Nach der letzten Saison, die bekanntermaßen alles anders als gut verlief, habe ich mir viele Gedanken gemacht. Unter anderem habe ich mich gefragt, was ich in sportlicher Hinsicht möglicherweise verpasst habe und ob das Eisschnelllaufen wirklich mein Sport ist. Am Ende der Überlegungen stand ein Entschluss: Nachholen, Ausprobieren, Selber machen.
Meine erste Station war auch gleich die riskanteste: Ich bin unter die Skispringer gegangen. Ort der Mutprobe: Oberhof in Thüringen – kein Wunder, schließlich komme ich als alter Erfurter aus dem Bundesland des Wintersports. Außerdem bot sich mir die Gelegenheit, das Nützliche mit dem Angenehmen zu verbinden, weil ein 2-wöchiges Trainingslagers in Oberhof anstand.
Mit den Skispringern Stefan Hocke & Jörg Ritzerfeld und den Nordischen Kombinierern Tino Edelmann & Christian Beetz habe ich erfahrene Leute an meiner Seite gehabt. Nach ein wenig Theorie, Fachsimpeln über das Material und Gespräche über den Wettkampfablauf eines Skispringers habe ich erste Trockenübungen im Kraftraum gemacht. Ich sage euch, da ist alles noch ganz einfach. Neben meinem eigenen Training, was in Oberhof aus viel, ganz viel Radfahren und Schwitzen im Kraftraum bestand, galt es also, mich auf mein großes Skisprung-Finale vorzubereiten, das mein letztes Oberhofwochenende krönen sollte.
Am 27. Juni war es dann so weit. Auf der Kinderschanze (K13) am Wadeberg in Oberhof habe ich mich getraut und meine ersten Sprünge, oder besser gesagt, Hüpfer absolviert.
Mal sehen, was demnächst ansteht… Es bleibt spannend.
cya
Hugo
Nach langer Zeit melde ich mich wieder auf dem Eis-blog. Nach einer Olympiasaison, die härter nicht hätte sein können, brauchte ich einige Zeit, um bereit zu sein. Hallo? Bereit wofür? Zunächst musste ich erst einmal gedanklich rekapitulieren, was alles geschehen ist, mir erst einmal die Warums und Wiesos vor Augen führen und dann analysieren, um schließlich ein Fazit ziehen zu können. Mein Fazit:
Eigenes Unvermögen (davon recht viel), Pech, Machtgerangel der Funktionäre und die schmerzhafte Erfahrung, noch vor dem Ende einer Saison fallen gelassen worden zu sein, brachten mich zu der Entscheidung, dass ich mit Spaß, Freude und in Frieden einen Lebensabschnitt verabschieden möchte, in dem ich mich seit meinem 16. Lebensjahr professionell und intensiv vor allem einer Sache gewidmet habe: dem Eisschnelllaufen.
Am Anfang dieses langen Abschnitts stand das Ziel, nie in die Situation zu geraten, mit dem Leistungssport aufhören zu müssen. Ich wollte also nie gesagt bekommen: “Hugo, du bist raus, wir unterstützen dich nicht mehr.” In all den Jahren verfolgte ich also nicht nur das Ziel, so gut und so schnell wie nur möglich Eis zu laufen, sondern hatte auch den Wunsch, selber festzulegen, wann es so weit ist aufzuhören.
Noch vor dem letzten World Cup, Ende März in Erfurt, wurde mir mitgeteilt, dass ich nicht mehr durch die DESG gefördert werde bzw. mir kein Sportfördergruppenplatz mehr zugeteilt wird. Das Wort „mitteilen“ trifft den Kern der Sache allerdings nicht ganz. Die Entscheidungsträger haben bis heute noch kein Wort mit mir geredet. Die Hintergründe, d.h. die neue Struktur bzw. die Politik, die dahinter steckt, zu erklären und zu bewerten, soll nicht Inhalt dieses Blog-Eintrags sein. Aber ich möchte Euch wissen lassen: Durch einen glücklichen Umstand und Irrungen und Wirrungen auf offizieller Seite konnte ich doch noch um ein weiteres Jahr bei der Bundeswehr verlängern und somit steht nun fest:
Am 01.04.2011 werde ich als Leistungssportler aufhören und in den Berufsförderungsdienst der Bundeswehr gehen!
Da diese Entscheidung steht, ich sie selber getroffen habe und auch aufgrund des Bewusstseins, dass die DESG in mir keine Perspektive mehr sieht, gehe ich mit neuen, anderen Zielen in die Saison 2010/2011, meiner letzten Saison als aktiver Profisportler im Eisschnelllaufen.
Von meinen Zielen, meinem Vorgehen in diesem Jahr und der Zeit der Motivationssuche und -findung werde ich in den nächsten Artikeln auf dem Eis-blog berichten. Ich freu mich drauf.
cya
Euer Hugo
Nach langer Zeit melde ich mich wieder auf dem Eis-blog. Nach einer Olympiasaison, die härter nicht hätte sein können, brauchte ich einige Zeit, um bereit zu sein. Hallo? Bereit wofür? Zunächst musste ich erst einmal gedanklich rekapitulieren, was alles geschehen ist, mir erst einmal die Warums und Wiesos vor Augen führen und dann analysieren, um schließlich ein Fazit ziehen zu können. Mein Fazit:
Eigenes Unvermögen (davon recht viel), Pech, Machtgerangel der Funktionäre und die schmerzhafte Erfahrung, noch vor dem Ende einer Saison fallen gelassen worden zu sein, brachten mich zu der Entscheidung, dass ich mit Spaß, Freude und in Frieden einen Lebensabschnitt verabschieden möchte, in dem ich mich seit meinem 16. Lebensjahr professionell und intensiv vor allem einer Sache gewidmet habe: dem Eisschnelllaufen.
Am Anfang dieses langen Abschnitts stand das Ziel, nie in die Situation zu geraten, mit dem Leistungssport aufhören zu müssen. Ich wollte nie gesagt bekommen: “Hugo, du bist raus, wir unterstützen dich nicht mehr.” In all den Jahren verfolgte ich also nicht nur das Ziel, so gut und so schnell wie nur möglich Eis zu laufen, sondern hatte auch den Wunsch, selber festzulegen, wann es so weit ist aufzuhören.
Noch vor dem letzten World Cup, Ende März in Erfurt, wurde mir mitgeteilt, dass ich nicht mehr durch die DESG gefördert werde bzw. mir kein Sportfördergruppenplatz mehr zugeteilt wird. Das Wort „mitteilen“ trifft den Kern der Sache allerdings nicht ganz. Die Entscheidungsträger haben bis heute noch kein Wort mit mir geredet. Die Hintergründe, d.h. die neue Struktur bzw. die Politik, die dahinter steckt, zu erklären und zu bewerten, soll nicht Inhalt dieses Blog-Eintrags sein. Aber ich möchte Euch wissen lassen: Durch einen glücklichen Umstand und Irrungen und Wirrungen auf offizieller Seite konnte ich doch noch um ein weiteres Jahr bei der Bundeswehr verlängern und somit steht nun fest:
Am 01.04.2011 werde ich als Leistungssportler aufhören und in den Berufsförderungsdienst der Bundeswehr gehen!
Da diese Entscheidung steht, ich sie selber getroffen habe und auch aufgrund des Bewusstseins, dass die DESG in mir keine Perspektive mehr sieht, gehe ich mit neuen, anderen Zielen in die Saison 2010/2011, meiner letzten Saison als aktiver Profisportler im Eisschnelllaufen.
Von meinen Zielen, meinem Vorgehen in diesem Jahr und der Zeit der Motivationssuche und -findung werde ich in den nächsten Artikeln auf dem Eis-blog berichten. Ich freu mich drauf.
Die dritte Auflage war spielerisch die wertvollste. In einem Spiel, in dem zwei fast gleichstarke Mannschaften aufeinander trafen , spiegelt das Endergebnis von 4:1 nicht das wahre Kräfteverhältnis wider… Nach 2 Trainingseinheiten der Männer an denVortagen, dem Dazustoßen der starken Bayernreihe und der Unterstützung von Erfolgstrainer Werner Unterdörfel wurde auf einem hohem Niveau Hockey gespielt.
In einem gut besuchten Spiel , 140 Fans saßen auf Rängen, wurde um jeden Puck gekämpft und die Hockeyneulinge der Eisschnelllaufmänner konnten das Spiel lange offen halten. Die OSC Eisladies versenkten nach 10 Minuten ihren Führungstreffer, durch Nachsetzten der Männer gelang Nico Dorsch im Gegenzug der Ausgleich für die DESG Mannschaft. In einem offenen Schlagabtausch konnten die Mädels die Unerfahrenheit und einige Stellungsfehler der Eisflitzer ausnutzen. Nach einem abgefangenen Schuss versenkten sie einen Abstauber im Tor: 2:1.
Nach einer Taktikschulung von Trainer Unterdörfel in der Drittelpause standen die Männer deutlich besser, konnten aber einen weiteren Treffer der Frauen nicht verhindern. Trotz einer Strafzeit gegen die Männer und der daraus folgenden Unterzahl konnten die kämpfenden Jungs einige Chancen der Frauen vereiteln und hatten aufgrund eines Fouls der Frauen mit einem Penaltie durch Mathias Schwirz die Möglichkeit zum Anschlusstreffer. Der ehemalige U16-Auswahlspieler Baden-Württembergs scheiterte aber an der groß auftrumpfenden Torfrau der OSC´ler und vergab die Chance. Trotz der körperlichen Überlegenheit und einem größeren Spielanteil konnten die Männer einen weiteren Gegentreffer nicht verhindern: Endstand 4:1.
Fazit des Spiels, wieder unendlich viel Spaß für beide Mannschaften, viel zu lachen für die Zuschauer auf der gut gefüllten Tribüne und das Versprechen eines weiteren Re-Matches im nächsten Jahr.
Die tollen Bilder sind von Ramona Schröter -> monapics.de
sportFREI bedeutet nicht etwa, dass ihr Euch ausruhen könnt. Im Gegenteil: Es wird zum Bewegen des Körpers eingeladen! AUFWÄRMEN – LEISTUNG BRINGEN – NACHBEREITEN
3 DJ´s werden den Rhythmus des sportFREI-Abends vorgeben und Euch einheizen.
Los geht‘s mit dem Produzenten von place2be . DJ BenFm aus Berlin geleitet Euch mit den Krachern des Jahres in den Abend und ermuntert zum AUFWÄRMEN…ob ihr wollt oder nicht, Euer Körper wird anfangen zu zucken und in der Mitte der Tanzfläche alles geben!
Danach animiert Euch DJ SHEPHERD zu Höchstleistungen. Der Erfurter INDIECATED-Fachmann, der die Indie-Welle perfekt mit Einflüssen aus Breakbeat, Jungle&DnB mixt und immer auch etwas Funk&Soul in petto hat, heizt Euch ein. In Erfurt gehört er zu den DJ-Größen und nun ist er bereit für Berlin!
Für alle diejenigen, die dann warm, ach was sage ich, heiß sind und die Beats so richtig benötigen, kommt das Beste zum Schluss. Alle Ausdauer(FEIER)typen werden an den Electro-Klängen von Sebastian Kremer ihre Freude haben und in ihm ihren Meister(Trainer) finden.
In der 3. Auflage des damit schon als Klassiker zu bezeichnenden Kampfes der Eishockey-Frauen gegen die Eisschnelllauf-Männer kommt es am Freitag, den 19.03.2010, im Wellblechpalast zum erneuten Aufeinandertreffen der beiden Erfolgsmannschaften. Rein geht´s ab 19:30 Uhr, der Puck fliegt ab 20:00 Uhr
Zu diesem Eishockey-Spiel voller spielerischer Höhepunkte ist jeder zum Zuschauen und Spaß-haben eingeladen.
*****EINTRITT FREI******
Im Anschluss an den Geschlechterkampf kommt es zur Geschlechtervereinigung!
Um 22:00 Uhr öffnet die SPREEBAR ihre Pforten: Dort können, ach was sag ich, müssen alle Mann die vergangene Winter- und die kommende Sommersaison feiern. Kommen kann jeder, allein oder mit Freunden im Gepäck.
Bis 24:00 Uhr gibt es für schmales Geld eine kleine BBQ-Theke, um den langen Abend nicht mit knurrendem Magen beenden zu müssen – schließlich wird‘s ne noch längere Nacht!
3 DJs werden Euch einheizen und zum Zappeln bringen. Rein kommt ihr kostenlos: Voraussetzung dafür: Ihr wart beim Eishockey-Spiel des Jahres. Für alle anderen: 5,- € sind ja wohl immer noch ein Schnäppchen! Bringt gute Laune und Kondition mit… Der Abend wird kein Ende haben!
Nach meinem persönlichen Scheitern an der Qualifikation der Olympischen Winterspiele in Vancouver habe ich nun die Chance als Außenstehender mit Insiderwissen von den Spielen zu berichten. Vor dem Start der Wettkämpfe befragte ich ein paar deutsche Teilnehmer um die reichlichen Leser des Eis-Blogs einzustimmen.
Jetzt gleich zwei meiner Teamkameraden im Doppelpack: Samuel Schwarz und Nico Ihle, beides Sprinter und beide mit Leistungszuwächsen in diesem Jahr, habe ich zu ihren Olympia-Qualifikationen befragt und was sie alles von den Spielen in Vancouver erwarten.
Viel Spaß,
Hugo
Hallo ihr beiden, schon im Olympiafieber?
Samu: Ja, das Olympiafieber hat schon angefangen, seit der Einkleidung denke ich jeden Tag daran und freue mich sehr. Ich habe ein sehr positives Gefühl von Vorfreude und Spannung, einfach das Ganze alles, das olympische Flair interessiert mich einfach.
Nico: Ich bin auch schon im Fieber. Ich warte aber noch auf das Kribbeln, auf das Besondere, was sicher erst vor Ort kommen wird. Ich denke auch jeden Tag an die Spiele im großen Ganzen, das macht einige harte Trainingsphasen vergessen.
Ihr habt beide erst in Übersee (Calgary und Salt Lake City) eure Qualifikation geschafft. Wie war es von den ersten Wettkämpfen des Jahres bis dorthin? Waren es normale Vergleiche oder war die Qualifikation immer im Kopf?
Nico: Die Norm war immer im Kopf, die Zeiten waren eigentlich egal, ich wollte immer nur die geforderte Platzierung schaffen. Ich habe mir dabei aber nicht einen so großen Druck aufgebaut. Ich habe versucht, immer daran zu denken, dass noch andere Wettkämpfe kommen und ich es schaffen kann. Vor der Saison dachte ich, meine Möglichkeiten liegen auf den 500m. Ich habe mich also das ganze Jahr auf die 500m vorbereitet und den Fokus darauf gelegt. Auf 1000m konnte ich mich von einem zum anderen Lauf immer wieder verbessern. Die halbe Normerfüllung in Berlin hat gezeigt, dass es auch über den Kilometer möglich ist.
Samu: Mich hat der Druck ganz schön beschäftigt, ich bin mit Sicherheit nicht an meine Leistung des Vorjahres herangekommen. Es hat mich gebremst und verkrampft, ich konnte meine Leistung nicht abrufen.
Wie war es dann, als die ersten WC nicht so liefen?
Samu: Nach der schlechten Meisterschaft konnte ich beim ersten World Cup in Berlin aufsteigen, in Heerenveen hatte ich eine Teilnorm geschafft. Es lief etwas besser aber die Norm war immer im Kopf. Eigentlich war der Fahrplan, es schon vor Übersee zu schaffen. Nun musste ich in Calgary in der A-Gruppe einen Alles-oder-Nichts-Lauf machen. Gut laufen… unter die Top 16 kommen und ich bin dabei. Schlecht laufen… was einen Abstieg in die B-Guppe bedeutet hätte und das Jahr wäre gelaufen gewesen. Am Start ging mir alles durch den Kopf, ich bin total verkrampft, angespannt gelaufen und war überhaupt nicht schnell. Es hat gerade so gereicht, ich hatte es geschafft, der 16. Platz! Schon in der Auslaufrunde sind mir die Tränen gekommen. Die ganze Anspannung ist abgefallen, der Druck, die Unsicherheit, der Traum – Das war jetzt alles geschafft und ich war wie befreit. Am Abend konnte ich ziemlich lange nicht einschlafen, weil ich immer noch darüber nachgedacht habe.
Nico, du hast dein Ticket in SLC gelöst und deine letzte Chance genutzt, auch durch Samuel. Wie erging es dir vor dem Lauf?
Nico: Am Vorabend war ich noch für die B-Gruppe ausgelost worden und damit war mir schon klar, dass ich mich bei der Sprint-WM noch mal richtig zeigen muss. Auch am nächsten Tag, 8:30 Uhr im Bus, war mir noch nicht klar, dass ich in der A-Gruppe starten kann. Ich habe mir gesagt, dass ich auch in der B-Gruppe schnell laufen werde. Erst im Bus hat mich Bart angerufen und mir gesagt, dass ich durch den Verzicht von Samuel starten konnte. Ich habe mich dann übelst gefreut, ich hatte noch mal eine reale Chance, das war schon ein schönes Gefühl. Ich habe mir aber nicht den Druck aufgebaut, dass ich es schaffen muss, ich wollte aus der Situation das Beste machen. Es hat mich eher motiviert, als dass es Druck aufgebaut hätte. Es hat mich regelrecht beflügelt und dann kam noch mal eine neue Auslosung. Es hat alles gepasst, ich sollte erst außen laufen – das 4. Mal in diesem Jahr -, dann die neue Auslosung. Ich innen gegen den Weltrekordhalter auf 500m, Jeremy Wotherspoon, das war absolut. Ich habe mir gesagt, wenn ich schon wie immer kaputt gehe, dann wenigsten die letzte Kurve innen. Hier auf der schnellen Bahn komme ich schon irgendwie ins Ziel.
Wie lief das für dich ab Samu?
Samu: Für mich war es ein ähnlicher Wechsel wie für Nico. Ich hatte vorher mit dem Trainer darüber gesprochen, dass, wenn mein Weglassen die letzte Chance für Nico ist, ich es dann machen werde. Wir haben schon Tage vorher darüber geredet, dass die Holländer nicht da oder krank sind, und wenn es eng wird, war die Option, dass ich den Lauf zugunsten von Nico aussetze. Am Abend war dann die Auslosung, es war klar, dass Nico nicht in der A-Gruppe startet und auch mein Rückzug nichts bringen würde, also konnte ich starten. Nächster Morgen: Für mich normale Vorbereitung auf den Wettkampf und dann sehe ich Jan Coopmans mit dem Handy am Ohr zu mir kommen. In dem Augenblick ist mir der Gedanke gekommen, dass sich hoffentlich nichts an der Situation ändert und es nicht um Nico und mich geht.
Und dann war klar, dass dein Aussetzen reicht, um Nico in der A-Gruppe starten zu lassen?
Samu: Ja, ich habe Bart gesagt: “Ich lasse weg, viel Erfolg für Nico!“, und mit dem Auflegen war mir klar, die Überseereise ist fertig, ich könnte abreisen. Ich war enttäuscht, dass ich nicht startete. Ich wollte noch mal auf super schnellem Eis eine gute Leistung zeigen. Die 1500m liefen sehr gut und ich wollte auf meiner Hauptstrecke befreit auflaufen.
Wie war es dann, den Wettkampf von Nico von außen zu erleben?
Samu: Ich wollte dann reinfahren, ich wollte sehen, was abgeht. Ich habe die Ergebnisse der B-Guppe gesehen, wie gut die Bedingungen sind, was mich geärgert hat, denn ich wollte ja auch laufen. Zu Nico habe ich versucht, Abstand zu halten, um ihn nicht zu beeinflussen. Ich wollte nicht noch mal Druck machen, nach dem Motto “Nutz die Chance!”.
Nico am Start vs. Jeremy, das ist schon ein heißes Ding, es ist immer eine Ehre, gegen ihn zu laufen, er ist schon ein großer der Sprint-Szene. Ich drückte Nico die Daumen und hoffte, dass die ganze Aktionen einen Sinn macht! Dann habe ich Nico für Olympia das Beste gewünscht und die Daumen gedrückt, aber nicht für den deutschen Rekord, den wollte ich behalten. Dann hat er ja ein wirklich super Rennen gemacht, ich denke, das beste Rennen seinen Lebens. Als dann zwei weitere Paare durch waren und klar war, dass es mindestens der 16. Platz wird, war ich froh, dass es gereicht hat. Wir haben uns Zeichen gegeben und es war zwischen uns klar, dass es geklappt hat.
Mir war wichtig, dass er versteht, was passiert ist und dass er weiß, wie wichtig mir auch mein Lauf war. Er hat sich beim Ausfahren dann auf ehrliche Art und Weise bedankt und auch so, dass ich merkte, dass ich das Gefühl hatte, dass er versteht, was in mir vorging.
Was war es für ein Gefühl für dich, Nico, diesen Lauf ermöglicht bekommen zu haben?
Nico: Ich hatte schon ein kleines bisschen ein schlechtes Gewissen und mir war schon klar, was es auch für ihn bedeutete, auf diesen Lauf zu verzichten. Auf dem Eis zur Wettkampfvorbelastung ist Samu dann noch mal zu mir gekommen und hat gefragt, ob ich noch was brauche und hat mir viel Glück gewünscht. Ab da war mir klar, dass es in Ordnung geht und ich die Chance ohne schlechtes Gewissen nutzen kann. Druck habe ich trotzdem nicht aufgebaut, es war mehr Freunde, die Chance zu bekommen. Ich hab sie genutzt!
Ab dann war klar, dass es nach Vancouver geht?
Beide: Ja, wir waren uns sicher, wir sind Olympiateilnehmer.
Merkt ihr schon einen Unterschied im Vergleich zu anderen Wettkämpfen?
Nico: Ich bin voller Vorfreude auf das, was ich noch nie erlebt habe. Olympische Spiele gibt es nur alle 4 Jahre, und ich darf dabei sein. Krass!
Samu: Ich glaube, für mich ist es die Freude auf den Mythos Olympische Spiele!
Was erwartet ihr, außer bezüglich eurer eigenen Leistungen, von Vancouver?
Samu: Ich erwarte Olympisches Flair, andere Sportler, gemeinsam mit Sportlern essen, überall die Olympischen Ringe, das Gefühl bei etwas Besonderen dabei zu sein. Und dass nicht alle hier sind sondern nur die Besten.
Nico: Einen Wettkampf der Besten der Besten.
Wann hast Du das erste Mal daran gedacht, dabei zu sein.
Nico: Vor 4 Jahren hat unser Trainer Bart gesagt, dass wir Medaillen gewinnen können. Da war für mich das Ziel Olympia klar, daran haben wir gearbeitet. Wirklich richtig bewusst, dass ich es auch schaffen kann, war es mir erst in diesem Jahr. Ich war von der Leistung her soweit, dass es möglich war.
Und du Samu?
Samu: Im Ernst?
Klar!
Samu: Mit 14, zur Konfirmation, musste bei einem Kennenlernspiel jeder seinen Namen und einen Satz, der ihn charakterisiert, sagen. “Ich bin Samuel Schwarz und fahre mal zu den Olympischen Spielen”. Alles hat gelacht, jetzt ist es Realität.
Ob sie jetzt noch lachen? Wann war es dir bewusst, dass Du es auch schaffen kannst?
Samu: Schon vor vier Jahren, als Bart nach Deutschland gekommen ist, hätte ich im ersten Jahr die Qualifikation geschafft und es war mir klar, dass ich es drei Jahre später auch schaffen werde und es drauf habe.
Was hat die Leistungsentwicklung dieses Jahr ausgemacht?
Samu: Das deutlich verbesserte Krafttraining mit Eberhard Deutscher im OSP-Berlin und das noch konzentriertere Zusammenarbeiten auf dem Eis.
Würdet ihr Euch öfter mehr Medienpräsenz wünschen?
Wir sind nicht gerade mediengeil, aber wir hätten gerne, dass unsere Leistungen mehr gewürdigt werden und sie nicht immer schlechter geredet werden, als sie sind.
Eröffnungsfeier?
Samu: Auf jeden Fall!
Nico: Ich geh! Es ist noch mal ein extra Kick! Das motiviert, das ist alles, das Erste mal dabei…
Jungs, ich danke euch und haltet die Sprinterfahnen in Vancouver hoch!
Nach meinem persönlichem Scheitern an der Qualifikation der Olympischen Winterspiele in Vancouver habe ich nun die Chance als Außenstehender mit Insiderwissen von den Spielen zu berichten. Vor dem Start der Wettkämpfe befragte ich ein paar Deutsche Teilnehmer um die reichlichen Leser des Eis-Blog´s einzustimmen.
Los geht es mit dem Erfurt Teamkamarad Robert Lehmann.
Robert, gratu zur Qualli! Wie schon berichtet waren die letzten Wochen nicht gerade leicht für dich. Kannst du mal einen kurzen Abriss deiner Gefühle geben?
Nach der knapp verpassten Qualifikation mit dem Team und der halben Quali im Einzel musste ich seit Mitte Dezember auf die “Gnade” des DOSB hoffen. Ich war, nachdem ich den Ärger verdaut hatte, aber sehr sehr zuversichtlich und habe mich im Training voll reingehängt. Der Abstand von Berlin und die zeitweise Rückkehr in die Erfurter Heimat haben mir gut getan und mich motiviert alles zu geben und daran zu glauben. Seit der EM geht es nur noch bergauf, die Chemie zwischen Bart Schouten und mir stimmt wieder 100% und das Training läuft. Lediglich in den Stunden vor der Entscheidung kamen bei mir Zweifel auf und ich wurde sehr nervös! Als die Entscheidende Nachricht kam, viel mir und meiner Familie ein großer Stein vom Herzen!
Nach Turin ist es die zweite Olympiade für dich. Jetzt bist du kein Neuling mehr. Gibt es unterschiede von zu vor 4 Jahren?
Es ist einerseits komisch und auch traurig das ich der einzige der leider nur fünf Deutschen Männer bin der in Vancouver seine zweiten Spiele erlebt. Ich bin ja nun ein “alter Hase” Aber im ernst, ich hätte mir gewünscht mit dem Teampursuit Team anzureisen und den Traum einer Medaille zu verwirklichen! Leider hat dies nun nicht geklappt und wir sind aus dem starken Team in Berlin mit Nico, Samuel und mir nur zu dritt! Bob de Jong nicht zu vergessen! Der Unterschied für mich besteht dieses mal, natürlich darin das ich nur Einzelstrecken laufe und die Vorbereitung somit eine andere ist.
Leider nun nur dir beiden Einzelstarts. Wie sieht dein Zeitplan bis zum 5km Start am 13.02 aus? Was wird noch trainiert, bist du fit, Material passt, schon die neuen Laufanzüge getestet?
Ich bin seit 2 Wochen in Erfurt und bereite meine beiden Einzelstarts über 5km und 1500m intensiv und konzentriert vor. Ich konzentriere mich derzeit hauptsächlich auf die Technik und die Taktik für die Rennen. Ich bin super fit und körperlich bestens in Schuss! Worum es nun also geht in den letzten Tagen vor den Spielen sind Kleinigkeiten. Die Haupttrainingsphase ist mehr oder weniger vorüber und ich gehe am Samstag den 30.1. mein vorletztes Testrennen in Erfurt an. Mein Material ist dank unserer Materialmänner Michael Künzel und Sjoerd Gerats in allerbester Verfassung. Den neuen, extra für Olympia entworfenen und weiter entwickelten Rennanzug habe ich getestet und für super schnell befunden
Wie bist du zum Eislaufen gekommen und wann haben Olympische Spiele für dich zum ersten mal Kopf rumgegeistert, was für eine Verbindung hast du zu den Spielen?
Ich habe im Alter von 4 Jahren mit Eiskunstlauf begonnen und habe mit 8 Jahren, aufgrund von Talentlosigkeit zum Eisschnelllauf gewechselt
Wann die Olympischen Spiele für mich das erste mal eine Rolle gespielt haben weiß ich gar nicht genau. Ich glaube ich hatte nie diesem großen Olympiatraum von dem so viele berichten. Es war vielmehr eine Entwicklung und viel harte Arbeit. Heute weiß ich das die Spiele das absolut größte sind was ein Sportler erleben kann und ich bin stolz darauf dabei zum zweiten mal dabei zu sein.
Wer unterstützt dich in Vancouver, kommt Familie mit, Freunde, Fanclub?
Meine Eltern, meine Schwester, ihr Freund und meine kleine Nichte sind in Vancouver die komplette Zeit dabei. Sie haben ihren “Olympia- Trip” schon lange vor meiner Nominierung geplant und waren froh das ich nun auch “mitkomme” . Meine Familie hat für meine Einzelstarts und die Teamlauf Tage Karten und werde mich zusammen mit den Eltern von Tobias Schneider unterstützen. Ganz besonders stolz bin ich auch darauf das meine treuesten Fans, eine lang befreundete Familie aus Erfurt für eine Woche die Reise nach Vancouver antritt um mich auf den 1500m anzufeuern. Ich hoffe natürlich noch weitere Bekannte Gesichter vor Ort und freue mich über jeden der mich unterstützt!
Worauf freust du dich in Vancouver, was erwartest du?
Ich freue mich eigentlich auf den ganzen Trip über den Großen Teich nach Kanada! Ich bin sehr gespannt auf das Olympische Dorf und die Organisation der Spiele! Ich bin davon überzeugt das es großartige Spiele werden und jene in Turin um längen übertreffen wird. Leider ist unser Männerteam nicht besonders groß und viele wichtige Trainingspartner und Freunde fehlen. Der Stimmung wird das hoffentlich kein Abbruch tun und wir gehen zuversichtlich und gut gelaunt an die Herausforderung Olympische Spiele! Ich hoffe sehr das wir eine wahnsinnig gute Perfomance abliefern können und die Sprinter Nico und Samuel ihren Aufwärtstrend weiter bestätigen können. Ich bin bester Dinge und eines steht für uns fest: “Wir haben nichts zu verlieren und wollen gewinnen”! Vielleicht ist das Treppchen noch zu weit weg aber die Sympathien von Fans und Sponsoren sind ist ganz sicher in Reichweite
Robert, ich danke dir für deine Antworten und ich bin gespannt dich in Vancouver laufen zu sehen. Ich freu mich das es noch geklappt und nun ist alles möglich!