Nach der letzten Saison, die bekanntermaßen alles anders als gut verlief, habe ich mir viele Gedanken gemacht. Unter anderem habe ich mich gefragt, was ich in sportlicher Hinsicht möglicherweise verpasst habe und ob das Eisschnelllaufen wirklich mein Sport ist. Am Ende der Überlegungen stand ein Entschluss: Nachholen, Ausprobieren, Selber machen.
Meine erste Station war auch gleich die riskanteste: Ich bin unter die Skispringer gegangen. Ort der Mutprobe: Oberhof in Thüringen – kein Wunder, schließlich komme ich als alter Erfurter aus dem Bundesland des Wintersports. Außerdem bot sich mir die Gelegenheit, das Nützliche mit dem Angenehmen zu verbinden, weil ein 2-wöchiges Trainingslagers in Oberhof anstand.
Mit den Skispringern Stefan Hocke & Jörg Ritzerfeld und den Nordischen Kombinierern Tino Edelmann & Christian Beetz habe ich erfahrene Leute an meiner Seite gehabt. Nach ein wenig Theorie, Fachsimpeln über das Material und Gespräche über den Wettkampfablauf eines Skispringers habe ich erste Trockenübungen im Kraftraum gemacht. Ich sage euch, da ist alles noch ganz einfach. Neben meinem eigenen Training, was in Oberhof aus viel, ganz viel Radfahren und Schwitzen im Kraftraum bestand, galt es also, mich auf mein großes Skisprung-Finale vorzubereiten, das mein letztes Oberhofwochenende krönen sollte.
Am 27. Juni war es dann so weit. Auf der Kinderschanze (K13) am Wadeberg in Oberhof habe ich mich getraut und meine ersten Sprünge, oder besser gesagt, Hüpfer absolviert.
Mal sehen, was demnächst ansteht… Es bleibt spannend.
cya
Hugo
Nach langer Zeit melde ich mich wieder auf dem Eis-blog. Nach einer Olympiasaison, die härter nicht hätte sein können, brauchte ich einige Zeit, um bereit zu sein. Hallo? Bereit wofür? Zunächst musste ich erst einmal gedanklich rekapitulieren, was alles geschehen ist, mir erst einmal die Warums und Wiesos vor Augen führen und dann analysieren, um schließlich ein Fazit ziehen zu können. Mein Fazit:
Eigenes Unvermögen (davon recht viel), Pech, Machtgerangel der Funktionäre und die schmerzhafte Erfahrung, noch vor dem Ende einer Saison fallen gelassen worden zu sein, brachten mich zu der Entscheidung, dass ich mit Spaß, Freude und in Frieden einen Lebensabschnitt verabschieden möchte, in dem ich mich seit meinem 16. Lebensjahr professionell und intensiv vor allem einer Sache gewidmet habe: dem Eisschnelllaufen.
Am Anfang dieses langen Abschnitts stand das Ziel, nie in die Situation zu geraten, mit dem Leistungssport aufhören zu müssen. Ich wollte also nie gesagt bekommen: “Hugo, du bist raus, wir unterstützen dich nicht mehr.” In all den Jahren verfolgte ich also nicht nur das Ziel, so gut und so schnell wie nur möglich Eis zu laufen, sondern hatte auch den Wunsch, selber festzulegen, wann es so weit ist aufzuhören.
Noch vor dem letzten World Cup, Ende März in Erfurt, wurde mir mitgeteilt, dass ich nicht mehr durch die DESG gefördert werde bzw. mir kein Sportfördergruppenplatz mehr zugeteilt wird. Das Wort „mitteilen“ trifft den Kern der Sache allerdings nicht ganz. Die Entscheidungsträger haben bis heute noch kein Wort mit mir geredet. Die Hintergründe, d.h. die neue Struktur bzw. die Politik, die dahinter steckt, zu erklären und zu bewerten, soll nicht Inhalt dieses Blog-Eintrags sein. Aber ich möchte Euch wissen lassen: Durch einen glücklichen Umstand und Irrungen und Wirrungen auf offizieller Seite konnte ich doch noch um ein weiteres Jahr bei der Bundeswehr verlängern und somit steht nun fest:
Am 01.04.2011 werde ich als Leistungssportler aufhören und in den Berufsförderungsdienst der Bundeswehr gehen!
Da diese Entscheidung steht, ich sie selber getroffen habe und auch aufgrund des Bewusstseins, dass die DESG in mir keine Perspektive mehr sieht, gehe ich mit neuen, anderen Zielen in die Saison 2010/2011, meiner letzten Saison als aktiver Profisportler im Eisschnelllaufen.
Von meinen Zielen, meinem Vorgehen in diesem Jahr und der Zeit der Motivationssuche und -findung werde ich in den nächsten Artikeln auf dem Eis-blog berichten. Ich freu mich drauf.
cya
Euer Hugo
Nach langer Zeit melde ich mich wieder auf dem Eis-blog. Nach einer Olympiasaison, die härter nicht hätte sein können, brauchte ich einige Zeit, um bereit zu sein. Hallo? Bereit wofür? Zunächst musste ich erst einmal gedanklich rekapitulieren, was alles geschehen ist, mir erst einmal die Warums und Wiesos vor Augen führen und dann analysieren, um schließlich ein Fazit ziehen zu können. Mein Fazit:
Eigenes Unvermögen (davon recht viel), Pech, Machtgerangel der Funktionäre und die schmerzhafte Erfahrung, noch vor dem Ende einer Saison fallen gelassen worden zu sein, brachten mich zu der Entscheidung, dass ich mit Spaß, Freude und in Frieden einen Lebensabschnitt verabschieden möchte, in dem ich mich seit meinem 16. Lebensjahr professionell und intensiv vor allem einer Sache gewidmet habe: dem Eisschnelllaufen.
Am Anfang dieses langen Abschnitts stand das Ziel, nie in die Situation zu geraten, mit dem Leistungssport aufhören zu müssen. Ich wollte nie gesagt bekommen: “Hugo, du bist raus, wir unterstützen dich nicht mehr.” In all den Jahren verfolgte ich also nicht nur das Ziel, so gut und so schnell wie nur möglich Eis zu laufen, sondern hatte auch den Wunsch, selber festzulegen, wann es so weit ist aufzuhören.
Noch vor dem letzten World Cup, Ende März in Erfurt, wurde mir mitgeteilt, dass ich nicht mehr durch die DESG gefördert werde bzw. mir kein Sportfördergruppenplatz mehr zugeteilt wird. Das Wort „mitteilen“ trifft den Kern der Sache allerdings nicht ganz. Die Entscheidungsträger haben bis heute noch kein Wort mit mir geredet. Die Hintergründe, d.h. die neue Struktur bzw. die Politik, die dahinter steckt, zu erklären und zu bewerten, soll nicht Inhalt dieses Blog-Eintrags sein. Aber ich möchte Euch wissen lassen: Durch einen glücklichen Umstand und Irrungen und Wirrungen auf offizieller Seite konnte ich doch noch um ein weiteres Jahr bei der Bundeswehr verlängern und somit steht nun fest:
Am 01.04.2011 werde ich als Leistungssportler aufhören und in den Berufsförderungsdienst der Bundeswehr gehen!
Da diese Entscheidung steht, ich sie selber getroffen habe und auch aufgrund des Bewusstseins, dass die DESG in mir keine Perspektive mehr sieht, gehe ich mit neuen, anderen Zielen in die Saison 2010/2011, meiner letzten Saison als aktiver Profisportler im Eisschnelllaufen.
Von meinen Zielen, meinem Vorgehen in diesem Jahr und der Zeit der Motivationssuche und -findung werde ich in den nächsten Artikeln auf dem Eis-blog berichten. Ich freu mich drauf.
Nach der Sinnfrage der Ziele, dem Finden dieser, dem Vorbereiten auf jeniger, melde ich mich nun aus der Japanischen Kleinstadt Obihiro. In dem 280 000 Einwohner großen und auf der Insel Hokkaido gelegenen Eislaufmekka der Japaner werde ich mit gediegenen 30 Jahren an meiner ersten Sprint WM im Mehrkampf teilnehmen. Nach einem Skate-off in Berlin habe ich mich nach je einem Lauf über 500m und 1000m gegen die deutsche Sprintkonkurrenz durchgesetzt und das letzte noch freie Ticket erlaufen.
Samstag, am späten Abend, habe ich das Flugticket und den Reiseplan per Mail erhalten und war nun sicher im WM Team. Bereits am Montag sollte es los gehen – ein 25 Stunden Trip stand uns bevor und 26 sollten draus werden.
Wegen dem hohen Schneeaufkommen und einer Miss Daisy hatten wir großen Bammel überhaupt aus Berlin weg zu kommen. Nach einigen Diskussionen haben wir dann doch noch rechtzeitig Berlin verlassen und in Frankfurt unseren Überseeflieger bestiegen. Wartezeiten erlebten wir beide Male, denn immer musste enteist werden. Bei einem 11 Stunden Flug noch 50 min mehr zu sitzen macht es nicht gerade einfacher. Unser Glück war, dass der Airbus nicht ausgebucht war und wir auf Nachfrage jeder genug Platz bekommen haben. Ich für meinen Teil konnte mich auf vier Sitzen ausbreiten und bin relativ entspannt in Osaka gelandet. Von dort aus ging es noch mal weiter – nächste Station Sapporo. In der Olympiastadt von 1972 starteten wir zum letzten Teil unserer Reise. Mit dem Reisebus ging es 3 1/2 Stunden durch die Berge von Hokkaidō, der südlichsten Insel von Japan. Erschöpft aber dennoch guter Laune erreichte unsere kleine Reisetruppe das Hotel und bezog die Zimmer. Ein gemeinsames Abendessen und ein kleiner Stadtspaziergang beendete den sehr langen Tag.
In der neuen Eishalle von Obihiro betraten alle Neuland. Als Junioren bestreiten Samuel und Moniere hier zwar schon einen Länderkampf, diesen aber noch auf der alten Freiluftbahn. An gleicher Stelle wurde letztes Jahr der neue Meiji Hokkaido Tokachi Oval erbaut. Die Sprint WM wird der erste große Internationale Vergleich sein und somit bemhühen sich hier alle. Wie immer in Japan.
Die ersten Eindrücke der Halle stimmen alle positiv. Die Halle, die als reine Trainingshalle zu sehen ist, hat nur eine kleine Tribüne an der Zielgeraden und ist sonst kein großer Prunkbau wie zuletzt in China und Russland. Angenehm ist, dass in der Innenfläche keine Eisbahn verbaut ist, man somit genug Platz für ein Erwärmungsprogramm hat. Sauber und neu schaut sowieso alles aus, auch wie immer und alles in Japan. Das Eis war bei unseren beiden Trainingseinheiten sehr hart. Die Sprinter scherzten schon, dass es für mich als Mittelstreckler ja optimale Bedingungen seien und im Vorteil bin. Hey, ich bin bei einer Sprint WM und da will ich mich auch mal wie einer fühlen!
Morgen startet dann der Count Down. Mit einer Wettkampfvorbereitung leiten wir die Wettkampfphase ein und am Samstag werden wir dann an den Start gebeten. Mit Sicherheit bin ich der Teilnehmer mit den wenigsten 500m Läufen. Die beiden am Samstag und Sonntag werden 500m Lauf Nr. 4 und 5 sein.
Bis dahin und Sajonara,
cya
Hugo
Nach der Sinnfrage der Ziele, dem Finden dieser, dem Vorbereiten auf jeniger, melde ich mich nun aus der Japanischen Kleinstadt Obihiro. In dem 170 000 Einwohner großen und auf der Insel Hokkaido gelegenen Eislaufmekka der Japaner werde ich mit gediegenen 30 Jahren an meiner ersten Sprint WM im Mehrkampf teilnehmen. Nach einem Skate-off in Berlin habe ich mich nach je einem Lauf über 500m und 1000m gegen die deutsche Sprintkonkurrenz durchgesetzt und das letzte noch freie Ticket erlaufen.
Samstag, am späten Abend, habe ich das Flugticket und den Reiseplan per Mail erhalten und war nun sicher im WM Team. Bereits am Montag sollte es los gehen – ein 25 Stunden Trip stand uns bevor und 26 sollten draus werden.
Wegen dem hohen Schneeaufkommen und einer Miss Daisy hatten wir großen Bammel überhaupt aus Berlin weg zu kommen. Nach einigen Diskussionen haben wir dann doch noch rechtzeitig Berlin verlassen und in Frankfurt unseren Überseeflieger bestiegen. Wartezeiten erlebten wir beide Male, denn immer musste enteist werden. Bei einem 11 Stunden Flug noch 50 min mehr zu sitzen macht es nicht gerade einfacher. Unser Glück war, dass der Airbus nicht ausgebucht war und wir auf Nachfrage jeder genug Platz bekommen haben. Ich für meinen Teil konnte mich auf vier Sitzen ausbreiten und bin relativ entspannt in Osaka gelandet. Von dort aus ging es noch mal weiter – nächste Station Sapporo. In der Olympiastadt von 1972 starteten wir zum letzten Teil unserer Reise. Mit dem Reisebus ging es 3 1/2 Stunden durch die Berge von Hokkaidō, der nördlichsten Insel von Japan. Erschöpft aber dennoch guter Laune erreichte unsere kleine Reisetruppe das Hotel und bezog die Zimmer. Ein gemeinsames Abendessen und ein kleiner Stadtspaziergang beendete den sehr langen Tag.
In der neuen Eishalle von Obihiro betraten alle Neuland. Als Junioren bestreiten Samuel und Monique hier zwar schon einen Länderkampf, diesen aber noch auf der alten Freiluftbahn. An gleicher Stelle wurde letztes Jahr der neue Meiji Hokkaido Tokachi Oval erbaut. Die Sprint WM wird der erste große Internationale Vergleich sein und somit bemhühen sich hier alle. Wie immer in Japan.
Die ersten Eindrücke der Halle stimmen alle positiv. Die Halle, die als reine Trainingshalle zu sehen ist, hat nur eine kleine Tribüne an der Zielgeraden und ist sonst kein großer Prunkbau wie zuletzt in China und Russland. Angenehm ist, dass in der Innenfläche keine Eisbahn verbaut ist, man somit genug Platz für ein Erwärmungsprogramm hat. Sauber und neu schaut sowieso alles aus, auch wie immer und alles in Japan. Das Eis war bei unseren beiden Trainingseinheiten sehr hart. Die Sprinter scherzten schon, dass es für mich als Mittelstreckler ja optimale Bedingungen seien und im Vorteil bin. Hey, ich bin bei einer Sprint WM und da will ich mich auch mal wie einer fühlen!
Morgen startet dann der Count Down. Mit einer Wettkampfvorbereitung leiten wir die Wettkampfphase ein und am Samstag werden wir dann an den Start gebeten. Mit Sicherheit bin ich der Teilnehmer mit den wenigsten 500m Läufen. Die beiden am Samstag und Sonntag werden 500m Lauf Nr. 4 und 5 sein.
Bis dahin und Sajonara,
cya
Hugo
Das WM Team in Obihiro:
Marcus Eicher, Klaus Ebert, Samuel Schwarz, Nico Ihle, Jenny Wolf, Monique Angermüller, Hugo Dallmann, Heike Hartmann, Thomas Schubert, Judith Hesse, Paul Vordermeier
Abreise aus Calgary -Anreise Salt Lake City 07.12.09
Nach dem letzten Wettkampftag in Calgary, dem hektischen Verpacken des meistens Gepäcks in einen LKW, der nach Salt Lake City fuhr und einem gemütlichen Abend mit einigen Teammitgliedern wurde der Kanadaaufenthalt beendet. Der lange Reisetag nach Utah, mit Zwischenstop in Seattle, wurde ohne Probleme hinter sich gebracht und alle sind gesund und munter im Red Lion Hotel in SLC eingetroffen. Ein wenig Wehmut ist aber mitgefahren. Alle und auch ich weilen sehr gerne in der 88iger Olympiastadt und fühlen sich in der Umgebung der Uni von Calgary sehr wohl. Das neue in Hotel, in dem wir das erste Mal untergebracht waren, hat auch bleibende Eindrücke hinterlassen. Der Unterschied zu unser neuen Bleibe in SLC ist schon groß. Das Hotel ALMA war schon die Wucht. Ich vermisse das gute Früstück, das super eingerichtete Einzelzimmer und den schnellen W-Lan Anschluss. Jetzt fällt das alles einige Klassen tiefer aus…
Dienstag 08.12.09
Der erste Tag in der Höhe von SLC diente ganz der Anpassung an die neue Höhenlage und dem Anschnuppern der Eisqualität. Am Morgen setzte ich mich für eine Stunde auf die Radrolle und spulte ein Program von 6×5/5 ab, um den Körper nach der Reise wieder hoch zu fahren und noch ein wenig Ausdauer zu trainieren. Am Nachmittag sind wir alle aufs noch mal schnellere Eis gegangen und haben ein ruhiges Dauertraining abgespult. Ich bin hier oben wohl einer der Wenigen, der keine Probleme mit der Höhe hat und eigentlich nichts davon spürt. Hoffe, das kommt mir noch zu gute.
Die Verpflegung im Hotel ist eigentlich eine Frechheit, entspricht aber amerikanischen Verhältnissen. Zum Einen gibt es fast immer das Gleiche und zum Anderen ist die Auswahl nicht gerade berauschend. Dazu kommt der saftige Preis von 15$ für das Mittagessen und 25$ für das Abendmahl. Fast jeder geht über kurz oder lang in den umliegenden Restaurants einmal Essen, um eine ausgewogene Mahlzeit zu sich zu nehmen. In der Nacht hat es auch hier kräftig geschneit und dies leider auch im Zimmer. Von Wärmedämmung verstehen sie leider nicht viel. Am Morgen sind mein Zimmerkollege Nico und ich bei knackigen 13°C aufgewacht. Rund um unser Fenster lag ein 10cm Schneestreifen, was über die Qualität dieser einiges aussagt. Naja, wir haben nun notdürftig alles mit Handtüchern abgedichtet und die Klimaanlage läuft auf Vollgas…mal sehen, wie die nächsten Nächte werden.
Mittwoch 09.12.09
Weil es in SLC für das Männerteam nur um eine Sache geht – der Qualifikation mit der Team Pursiut Mannschaft für die Olympiade – ist das Training auch auf den Wettbewerb am Sonntag ausgerichtet. Dies bedeutete, dass heute ein Teamtraining absolviert wurde. Bart und die anderen verantwortlichen Trainer haben lange zusammen gesessen und eine vorläufige Mannschaft benannt, die am Wochenende die Kohlen aus dem Feuer holen soll. Dies wurde so früh gemacht, um alle auf die Aufgabe einzustimmen und noch mehr gemeinsames Training zu bestimmen. Im Team stehen (bis jetzt) Robert, Stefan und Patrick. Langstreckler Tobi und ich sind Ersatz und halten uns bereit. Am Mittwoch fand dann ein Teamtraining statt, in dem nur die 3 Gesetzten aufs Eis mussten und 4x800m absolvierten. Ich war mit in der Halle und habe mit Bart die Wechsel der 3 analysiert und besprochen. Ich denke, wir sind gut eingestellt.
Ich selbst hatte einen Ruhetag, habe mich in der Halle ein wenig bewegt und war am Nachmittag ein wenig shoppen, um die Beine zu bewegen. Am Abend noch eine super Massage von Physio Andreas und dann war der Tag auch schon zu Ende.
Donnerstag 10.12.09
Laut Plan, der auf den Mannschaftslauf ausgelegt ist, laufe ich hier nur eine 1500m, um mich am Sonntag für alle Fälle bereit zu halten. Durch das Teamtraining, an dem ich nicht mit machen musste ( zu 4 oder 5 macht es keinen Sinn Wechsel zu üben), konnte ich hier in meinem “normalen” Wochenrhythmus bleiben. Also heute, einen Tag vor meinem Rennen , Wettkampfvorbelastung. Am Vormittag ging es zum Olympic Oval nach Kears, was immer mit einer 30-40 Minütigen Busfahrt verbunden ist. Dort angekommen, musste das ganze Team (und natürlich auch alle anderen) zur Blutkontrolle. Alles reine Routine und auch notwendig, wie ich finde.
Auf dem Eis habe ich dann mein Programm durchgezogen und bin auch eine schnelle Runde geflitzt. Mit 25.0, die auch noch entspannt und auf Sicherheit gelaufen war, bin ich zufrieden. Ich denke im Wettkampf kann ich ähnlich schnell laufen. Der Speed ist da!
Der Nachmittag war dann recht easy – lange mit einigen anderen beim Essen gesessen und den späten Nachmittag im Starbucks um die Ecke verbracht. Da gibt es wenigstens schnelles Internet…womit unser Hotel nicht gerade glänzt.
Am Abend, Ortszeit gegen 19 Uhr, ist dann Auslosung und die Chancen stehen mal wieder groß, gegen einen Teamkamaraden zu laufen. Punktgleich mit Robert ,treffen wir bestimmt aufeinander…mal sehen. Ich melde mich dann noch mal, um vom Wettkampftag und dem Zeitplan zu berichten.
Nach dem Verpatzen Auftakt in Heerenveen, steht der Fokus der deutschen Männermannschaft nun ganz auf dem Team Pursiut. Hierfür absolvierten wir am Dienstag Mittag ein gemeinsames Training in dem wir auf den Entscheidenden Lauf am Sonntag in Calgary, und nächste Woche in Salt-Lake-City eingestellt worden sind. Neu in der Teamfraktion ist der Jungster der DESG, der Erfurt Patrick Beckert. Er hat sich mit seinen Leistungen auf der Langstrecke in die engere Teamauswahl gelaufen und verstärkte uns im Training. Wir bildeten zwei Team zu je drei Mann und Testeten Wechsel und Abläufe. Nach einem Testlauf über 6 Runden, in Wettkampfgeschwindigkeit, haben wir uns alle gut Präsentiert und am Samstag werden die Trainer mit Sicherheit eine Starke Mannschaft Nominieren können, die als TEAM die Olympianorm erlaufen wird!
Ja, wir sind alle gut angekommen. Genau wie vor 4 Jahren, damals hatte unser Flieger technische Probleme, hatten wir Verspätung bei der Überseereise. Wegen einem medizinischen Zwischenfall musste unsere AirCanada Maschine in Toronto zwischenlanden und ist somit ca. 10 Stunden später in Frankfurt gelandet. Danke an den netten Lufthansa Mitarbeiter der uns in Berlin, obwohl er von der neuen Abflugzeit von 23.30 wusste, nach Frankfurt hat fliegen lassen. Die fast 11 Stunden hat dann jeder auf seine Art und Weise verbracht. Ich habe ein wenig am Rechner gearbeitet und bin dann in die Stadt, um ein wenig zu shoppen und mir die Altstadt anzuschauen. Der Flug war dann sehr angenehm. Es hatten viele, die meisten hatten noch Anschlussflüge in Calgary, kurzfristig umgebucht und der Flug war somit nicht sehr voll. Ich konnte es mir auf 3 Bänken gut gehen lassen und bin entspannt in Calgary gelandet und um 3:30 dann auch im Hotelbett friedlich eingeschlafen. Calgary ist für mich einer der schönsten Wettkampforte der Welt. Die Eishalle, das Olympic Oval, ist super schön, die Unianlagen machen Spaß und es ist ein lockeres Leben, das mir sehr gefällt.
Freitag 27.11.09
Am Freitag stand dann “Anpassungs-Training” auf dem Plan. Am Morgen war ich 45min Joggen und, um meine Knochen wieder beweglich zu machen, ein wenig allgemeine Kraft. Den Nachmittag haben wir genutzt, um uns an das schnelle Eis zu gewöhnen. Wenn man hier nach längerer Zeit wieder auf dem Eis steht, ist es schon ein tolles, aber auch komisches Gefühl. Nach längerem Einlaufen und ein paar Steigerungen war es genug. Man merkt die vom Flug etwas müden Knochen.
Samstag 28.11.09
Um uns auf den World Cup gut vorzubereiten, haben wir schon lange vor der Überseereise besprochen, dass wir am Samstag einen Wettkampf laufen werden. Für mich stand eine 1000m auf dem Plan und diese bin ich dann auch angegangen. Für meinen Jetlag war es recht angenehm, dass meine Startzeit 13:30 war und ich somit ausgeschlafen an den Start gehen konnte. Über die lange Sprintstrecke bin ich dann eine neue persönliche Bestzeit gelaufen. In 1.10.15 war ich etwas schneller als letztes Jahr in Salt-Lake-City. Unzufrieden bin ich wieder mal mit meinem Start. 17.4 auf den ersten 200m sind einfach viel zu langsam und verhinderten auch eine Zeit unter der magischen 1.10.00…na vielleicht beim World Cup, wenn ich über den Kilometer eingesetzt werde. Die Runden waren dann gut und 25.8+26.8 geben Mut für die 1500m. Am Nachmittag bin ich dann in der Stadt etwas Bummeln gegangen. Die Beine wollten noch etwas bewegt werden und das haben sie auch bekommen
Ruhetag, da will man mal ausschlafen und so. Denkste! Der Jetleg jagt einen halb 6 hoch und man dreht Däumchen im Bett. Die Zeit überbrückte ich mit Arbeiten für die Uni und am Blog, bis es dann um 8 zum Frühstück und um 10 zur Massage ging. Danach noch etwas Technikanalyse und dann auf in die Mall zum großen shoppen….hell yeah! Den späten Nachmittag habe ich zusammen mit Tobi vor dem Fernseher verbracht, denn hier lief, 300m von unserem Hotel entfernt, das Kanadische Football Finale, der Grey Cup.
Montag 30.11.09
Mit der Zeitumstellung komme ich nun immer besser zurecht und schlafe jetzt auch etwas länger, 7:00 Uhr war die Nacht zu Ende. Am Vormittag haben wir ein leichtes Ausdauertraining auf dem Eis gemacht. Zusammen mit Tobi habe ich 3x8min in ruhigem Tempo absolviert mit 2 Steigerungen im Anschluss. Habe mich sehr gut gefühlt und mir liegt das schnelle Eis sehr. Den Nachmittag habe ich mit Uniarbeiten und 60min Radrolle verbracht. Also, alles recht locker heute
Im zweiten Teil werde ich nun versuchen, eine “Wettkampfvorbelastung”(WK-VB) zu erklären. Ich wurde schon häufiger gefragt, warum man solch eine macht und wie.
Der Name sagt es schon, ein Wettkampf steht auf dem Programm und dieser sollte vorbereitet werden. Ein Wettkampf ist somit immer mit einer WK-VB verbunden. In einer normalen Trainingswoche, ohne einen Leistungsvergleich, wird nach einem ausgeklügelten Plan trainiert und jedes Training baut auf einem anderen auf. Mit der WK-VB verhält es sich ähnlich. Um den Wettkampf optimal vorbereitet in Angriff zu nehmen, versucht man gewisse Routinen abzulaufen. Man sollte ausgeruht, aber schon mit einer gewissen Vorspannung am Start stehen. Um diese Vorspannung zu erreichen, macht man eine WK-VB.
Für mich ist die WK-VB in zwei Tage aufgeteilt. Erster Teil, am Vortag des WK und zweiter, direkt vor dem Start. Am Vortag des WK geht man, im optimalen Fall zur gleichen Zeit, in der der WK startet, auf das Eis. Jetzt unterscheiden sich die Vorbelastungen von Sportler zu Sportler. Es ist klar, dass ein Sprinter, der nur eine 500m laufen wird, ein anderes Programm durchläuft als ein Langstreckler, der eine 5km vor sich hat. Beide, bzw alle, versuchen ein gewisses Wettkampfgefühl aufzubauen und sich auf die körperliche Belastung vorzubereiten. Unterschiedlich ist die Härte der Belastung. Einige machen nicht mehr viel. Kurz einlaufen, ein paar Steigerungen, vielleicht noch eine etwas schnellere Runde und einen Startversuch, das wars. Andere, so wie ich, belasten sich schon härter. Ich mache zb. noch eine 800m oder ein paar mehr Steigerungen, um ein Tempogefühl aufzubauen. Da ist aber jeder verschieden.
Am Wettkampftag, dem zweiten Teil der Wk-VB, versucht man so nah wie möglich zum WK noch mal auf das Eis zu gehen. Auch hier unterscheiden sich die Vorlieben natürlich wieder. Einige nutzen diese Zeit ausschließlich, um ein Eisgefühl aufzubauen und machen fast nix außer “rumrutschen” . Andere belasten sich kurzzeitig sehr intensiv, um “auf Touren” zu kommen und dem Körper zu sagen….hey, gleich geht es los.
Im zweiten Teil werde ich nun versuchen, eine “Wettkampfvorbelastung”(WK-VB) zu erklären. Ich wurde schon häufiger gefragt, warum man solch eine macht und wie.
Der Name sagt es schon, ein Wettkampf steht auf dem Programm und dieser sollte vorbereitet werden. Ein Wettkampf ist somit immer mit einer WK-VB verbunden. In einer normalen Trainingswoche, ohne einen Leistungsvergleich, wird nach einem ausgeklügelten Plan trainiert und jedes Training baut auf einem anderen auf. Mit der WK-VB verhält es sich ähnlich. Um den Wettkampf optimal vorbereitet in Angriff zu nehmen, versucht man gewisse Routinen abzulaufen. Man sollte ausgeruht, aber schon mit einer gewissen Vorspannung am Start stehen. Um diese Vorspannung zu erreichen, macht man eine WK-VB.
Für mich ist die WK-VB in zwei Tage aufgeteilt. Erster Teil, am Vortag des WK und zweiter, direkt vor dem Start. Am Vortag des WK geht man, im optimalen Fall zur gleichen Zeit, in der der WK startet, auf das Eis. Jetzt unterscheiden sich die Vorbelastungen von Sportler zu Sportler. Es ist klar, dass ein Sprinter, der nur eine 500m laufen wird, ein anderes Programm durchläuft als ein Langstreckler, der eine 5km vor sich hat. Beide, bzw alle, versuchen ein gewisses Wettkampfgefühl aufzubauen und sich auf die körperliche Belastung vorzubereiten. Unterschiedlich ist die Härte der Belastung. Einige machen nicht mehr viel. Kurz einlaufen, ein paar Steigerungen, vielleicht noch eine etwas schnellere Runde und einen Startversuch, das wars. Andere, so wie ich, belasten sich schon härter. Ich mache zb. noch eine 800m oder ein paar mehr Steigerungen, um ein Tempogefühl aufzubauen. Da ist aber jeder verschieden.
Am Wettkampftag, dem zweiten Teil der Wk-VB, versucht man so nah wie möglich zum WK noch mal auf das Eis zu gehen. Auch hier unterscheiden sich die Vorlieben natürlich wieder. Einige nutzen diese Zeit ausschließlich, um ein Eisgefühl aufzubauen und machen fast nix außer “rumrutschen” . Andere belasten sich kurzzeitig sehr intensiv, um “auf Touren” zu kommen und dem Körper zu sagen….hey, gleich geht es los.
Jeder Eisschnellläufer hat über Jahre hinweg seinen eigenen Weg gefunden. Alle sind verschieden und machen somit auch eine andere Vorbelastung. Nun beschreibe ich mal meinen “Weg”.
Wann?
Nur am Wettkampfvortag, meistens zur gleichen Zeit wie der Wettkampf am nächsten Tag. Nachmittag frei. Am Wettkampftag geh ich ca. 20 Minuten vor dem Start auf das Eis und mache eine vorbereitung wie bei jedem Training.
Was?
Wettkampfvortag:
40-50 minuten auf dem Eis,
4 Runden Einlaufen
1x800m mit schnellerem Tempo,
6 Rnd langsam,
2 Steigerungen, 1x Innenbahn, 1x Außenbahn
Startübungen , Start aus der Bewegung und Stand
Vor dem Eistraining die identische Erwärmung wie immer und auch beim Wettkampftag. 20 min Nachbereitung.
Wettkampftag:
nicht mehr viel, wenn der Wk erst Mittag oder Nachmittag für mich beginngt laufe ich am Morgen meistens noch mal so 20-30m Minuten
90 Minuten vor dem Start beginne ich mit der Erwärmung, der gleiche Ablauf wie immer, nicht mehr und nicht weniger, die Routine habe ich über Wochen bei jedem Training schon durchgelaufen
direkt vor dem Start 2 Runden Einlaufen
2 etwas schnellere Runden,
2 Steigerungen
Probestart
Wettkampfbeginn
Warum?
Um mich auf den WK vorzubereiten, ein gutes Körpergefühl zu erlangen, vom Herz-Kreislauf-Systhem bereit für eine Hohe Belastung zu sein.
Wie gesagt, jeder Wettkämpfer bestreitet seine Vorbereitung auf eine andere Art und Weise. Das Grundprinzip ist aber gleich.
Bei Heike Hartmann, einer Weltklasse Sprinterin sieht eine Wk-Vb so aus:
Wettkampfvortag:
-Erwärmung wie immer
-Eis 40min, einlaufen, steigerung, meist eine 400m aus steigerung heraus, starts
-Nachbereitung wie immer Wettkampftag:
-kurze Erwärmung
-Eis 25-30min, gefühl holen, ein bissel rumrutschen, das was ich gerade brauche
-kurze Nachbereitung Wettkampf:
-kurze Erwärmung
-Eis: 10min vor Start
-Nachbereitung mit Joggen und mindestens 30min Radfahren
Danke Heike, für diese Kurze Erklärung!
Ich hoffe ich konnt euch einen Einblick in die Wettkampfvorbelastung geben. Bei Fragen oder Erweiterungen, gerne auch mit Beispielen….Kommentiert es!!!
Nach einer letzten kurzen Eispause von 5 Tagen bin ich nun in den Countdown der Deutschen Meisterschaft gestartet. In genau 10 Tagen beginnt in Berlin Hohenschönhausen die Deutsche Einzelstrecken Meisterschaft. Ich werde mich wie jedes Jahr auf die Mittelstrecken konzentrieren und nur die 1000 m und 1500 m bestreiten.
Als letzten Test werde ich am Samstag noch einmal über meine Lieblingsstrecke, den 1500 m, an den Start gehen. Ich werde auch dann wieder eine Meisterschaft oder einen Welt Cup imitieren und die Vorbereitung an solch einem ausrichten.
Die Woche wird fast normal weiter trainiert. Ich bin ein Typ Sportler, der nicht so viel Luft an seinen Körper ran lassen muss und sollte, deshalb verringere ich den Umfang im Training nicht so sehr wie einige andere.
Bis die Tage
cya
Hugo
Nach einer letzten kurzen Eispause von 5 Tagen bin ich nun in den Countdown der Deutschen Meisterschaft gestartet. In genau 10 Tagen (30.-31.10) beginnt in Berlin Hohenschönhausen die Deutsche Einzelstrecken Meisterschaft. Ich werde mich wie jedes Jahr auf die Mittelstrecken konzentrieren und nur die 1000 m und 1500 m bestreiten.
Als letzten Test werde ich am Samstag noch einmal über meine Lieblingsstrecke, den 1500 m, an den Start gehen. Ich werde auch dann wieder eine Meisterschaft oder einen Welt Cup imitieren und die Vorbereitung an solch einem ausrichten.
Die Woche wird fast normal weiter trainiert. Ich bin ein Typ Sportler, der nicht so viel Luft an seinen Körper ran lassen muss und sollte, deshalb verringere ich den Umfang im Training nicht so sehr wie einige andere.
Nach 5 Tagen Pause, einer kleinen Erkältung seit Donnerstag und die Spannung vor dem ersten Wettkampf der Saison, geht es in die Woche.
Es wird aber noch Kräftig weiter Trainiert. Werde weiterhin meine Ausdauer auf den Skirollern aufrecht erhalten und Mittwoch ein hartes 800 m Training absolvieren. Am Samstag wird es dann das erste mal ernst. Die Olympiasaison wird mit 500 m und 1500 m eingeläutet. Die Woche endet am Sonntag mit einem weiteren Teamtraining. Ab jetzt wird immer Montag und Donnerstag regeneriert – leichtes Training, Sauna und Massage.
Auf gehts, Form und Moral ist da, diese jetzt auch aufs Eis bringen…
In meinem 4. Radrennen des Olympischen Jahres bin ich das erste Mal vorne mitgefahren und konnte mit dem Feld meine Runden drehen. Auf einem abermals schweren Kurs, 1,2 km mit zwei scharfen Wenden, konnte ich von Beginn an mich im Feld halten und bin mit einigen anderen auch aus diesem raus gefahren. Nach 45min habe ich mich dann aber ausgeklinkt da es alles super anstrengend war und ich dieses Mal meinen Pulsschnitt auf 195, bei einer Fahrzeit von 45 min, treiben konnte. Länger hat keinen Sinn gemacht und die Belastung war da.
Am Start wurde die Überraschung des Tages überbracht. Nicht wie sonst nach der dritten sondern schon nach der ersten Runde sollten die ersten Wertungspunkte vergeben werden (Info Kriterium). Alle wussten was das bedeutet…schon vom Start ab ein schnelles Rennen (36 Runden) und ohne ein Abtasten auf den ersten Runden. So ist es dann auch gekommen. Start- und los ging es mit Druck. Mein Ziel war es, nicht all zu weit hinten die erste Runde zu beenden was ich auch durchziehen konnte. Im vorderen Drittel liegend konnte ich den ersten Sprint hinter mich legen. Danach wurde es aber nicht ruhiger. Gleich danach ging eine Gruppe von 4 Fahrern aus Cottbus – alle aus demselben Team. Dann geschah es wie so oft, jeder schaut jeden an und die Fluchtgruppe konnte schnell einige Meter Vorsprung raus fahren. Erst nach zwei Runden hat sich ein Fahrer, Sascha Richter vom Berliner TSC, ein Herz gefasst und hat sich auf die Verfolgung gemacht. Ich erkannte die Situation und bin hinterher gestiefelt. Die folgenden zwei Runden bin ich am absoluten Limit gefahren. Ich denke ich war in dieser Zeit nie unter einem Puls von 204 und war erstaunt wie lange ich die hohe Belastung fahren konnte. Mein erfahrener Mitstreiter meinte dann auf andere Fahrer zu warten und somit waren wir nach einiger Zeit zu sechst. Mann, war ich froh nicht mehr alle 200m in die Führung zu müssen und das die Beine etwas Luft bekommen haben. Danach (ca. 5 Runden) ging es eigentlich recht gut. Bis einer auf die Idee gekommen ist, abhauen zu wollen. Diesen Moment verpasste ich, gerade aus einer Führung kommend, und mit einem weiteren Sportfreund wurde ich aus der Verfolgergruppe abgehängt. Wie versuchten noch alles, aber Meter um Meter mussten wir sie ziehen lassen. Die nächsten Runden (ca. 10) sind wir also zu zweit gefahren und haben einen guten Rhythmus gefunden. Nach ca. 40 min ist dann der Rest des stark verkleinerten Feldes an uns ran gefahren und wir ordneten uns wieder ein.
Nach 45 min habe ich mich dann aus dem Rennen in Eisenhüttenstadt verabschiedet und mit einem Pulsschnitt von 195 wusste ich was ich getan habe. Nach einem Durchschnitt von etwas über 38 km/h war ich erschöpft und glücklich zugleich. Das erste Mal habe ich mich als richtiger Radsportler gefühlt und konnte auch Aktiv in das Renngeschehen eingreifen. Hat Super viel Spaß gemacht, die Form kommt und ich bin mir sicher dies auch auf dem Eis umzusetzen. Diese Belastungsverträglichkeit wird mir noch helfen!