Kurz vor den Spielen wurden die unglaublich schönen Podiums oder auch “The Victory Ceremony podiums and medal trays” vorgestellt.
Von James Lee-, Industrie-Designer und Coroflot Mitglied, und Leo Obstbaum, dem späten Design-Direktor der Olympischen Spiele 2010 in Vancouver entwickelt spiegeln die Podestplätze “die hügeligen Gipfel und Ketten der Coast Mountain Range” (the undulating peaks and ridges of the Coast Mountain Range) wieder. Jedes Podium, es gibt insgesamt 23, ist aus mehr als 200 Stück präzise geschnittenem Holz zusammengesetzt . Das Holz wurde aus den Wäldern von British Columbia, bekannt für seine roten Zedern und Douglas-Tannen, entnommen und von Unternehmen, Organisationen und Einzelpersonen in der Region gespendet. Schließlich ist jedes Podium mit einer dicken Acryl-Oberfläche. die an Schnee erinnert gekrönt.
Lee und Obstbaum entwarfen auch die Tabletts, auf denen die Preise verliehen werden sollen. Diese sind aus dem gleichen Holz und mit einer speziellen, nicht beschichtet-Rutsch-Oberfläche, um den einzigartigen Grip der welligen Oberfläche der Medaillen besser wieder zu geben.
Lee und Obstbaum entwarfen auch die Tabletts, auf denen die Preise verliehen werden sollen. Diese sind aus dem gleichen Holz und mit einer speziellen, nicht beschichtet-Rutsch-Oberfläche, um den einzigartigen Grip der welligen Oberfläche der Medaillen besser wieder zu geben.
In einem Video auf www.vancouver2010.com kann man den Design Ansatz und die Herstellung der Medaillen der Winterspiele von 2010 sehen. Ein sehr schönes Video und das macht sicher alle Stolz die sie Gewinnen werden.
Nach meinem persönlichen Scheitern an der Qualifikation der Olympischen Winterspiele in Vancouver habe ich nun die Chance als Außenstehender mit Insiderwissen von den Spielen zu berichten. Vor dem Start der Wettkämpfe befragte ich ein paar deutsche Teilnehmer um die reichlichen Leser des Eis-Blogs einzustimmen.
Nun die letzte Olympiateilnehmerin die ich um Vorfeld der Spiel befragen durfte. Isabell Ost ist das Kücken im Deutschen Team und hat sich durch starke Mannschaftsläufe sich für das Team empfohlen.
Viel Spaß und ich warte ja immer noch auf Kommentare
cya
Hugo
Hallo Isi, du hattest letztes Jahr dein Welt Cup und Mehrkampf WM Debüt gegeben, bist du da mit dem Ziel nach Vancouver zu fahren in die Saison gestartet?
Im Sommer habe ich mich mit meinem Trainer Herrn Schubert unterhalten, das Mattschi sich für Olympia vorbereiten wird und ich eigentlich keine Chance (auf Grund der Anzahl der Plätze) haben werde mich zu qualifizieren. Mein Ziel sollte es sein, sich ins Welt Cup Team zu laufen und neue Bestzeiten auf meinen Strecken zu setzte. Die Olympischen Spiele waren von uns aus schon sehr unrealistisch.
Wie liefen dann die ersten Welt Cups?
Die Testwettkämpfe und die Deutsche Einzelstreckenmeisterschaft gingen Einigermasen. Der erste Welt Cup in Berlin ging total in die Hose und ich war unzufrieden und Herr Schubert deutet schon an, dass ich wohl nicht nach Übersee genommen werde. Bei der zweiten Welt Cup Station in Heerenveen lief es dann aber auf einmal Super und ich wurde im Teamlauf eingesetzt. Da sind wir dann überraschend vierter geworden und das war meine Eintrittskarte für Calgary. In Canada wahren die Umstände auch wieder so, dass ich im Teamlauf gestartet bin und dort haben wir dann noch Überraschender den dritten Platz belegt. Dies war dann meine Ticket nach Vancouver da ich mich als Mannschaftsläufer angeboten hatte.
Warst du dir da schon sicher?
Nein, gar nicht. Frauen Cheftrainer Markus Eicher hat mit mir in Salt Lake City darüber gesprochen, dass er mich beim DOSB für die Spiele vorschlagen wird. Er schätzte sie Situation aber so ein das ich nicht gleich bei der ersten Normierungsrunde aufgestellt werden würde und ich bis zum Schluss warten müsste. Ich war ja so was wie ein Wackelkandidat, hatte keine Einzelnorm und sollte nur für das Team mitgenommen werden. Mir war klar, dass es nichts wird. Ich hatte alles was ich mir für das Jahr vorgenommen hatte schon längst erfüllt. Bestzeiten laufen und in Calgary und Salt-Lake am Start stehen und dazu noch die erste Welt Cup Medaille, was schon richtig toll war.
Und dann?
Ja mir war klar das für mich eigentlich nur noch die EM im Mehrkampf in Frage kommt.
Wie waren die Mannschaftläufe für dich, ist ja immer ein großer Druck oder?
Oh ja. In Heerenveen war ich super aufgeregt und nervös. Das erste Mal bei so einer wichtigen Strecke in der Halle. Ich war froh und zugleich überrascht das es so gut lief und bin Dankbar das mich Stefanie auf den letzten Metern ins Ziel geschoben hat. Umso mehr war ich, und alle anderen auch, dass wir 4ter geworden sind. In dieser Besetzung!
Calgary war super schnell. Auf der Zielgeraden hat mir Mattschi einen letzten Schubser gegeben und ich bin gestürzt und ins Ziel gerutscht. Ich dachte jetzt ist alles vorbei. Es hängt ja so viel Verantwortung dran. Das wir dann doch dritter geworden sind und ich zur Siegerehrung durfte war der absolute Wahnsinn! Da hatte sich alles Erfüllt was ich mir je ausgemalt hatte.
In Salt Lake bin ich dann nicht eingesetzt worden was aber von der Aufregung her schlimmer war als selber zu starten. Es war furchtbar. Ich bin jede Runde total mitgegangen und habe geschaut.
Wie war die Situation mit Claudia für dich. Du konntest bis zuletzt nicht sicher sein ob du nicht doch noch Platz für sie machen musst.
Die Tatsache ist einfach das sie Stärker ist als ich. Sie würde im Teamlauf eine bessere Leistung zeigen können, das ist Fakt. Wenn es so weit gekommen wäre, hätte ich meinen Platz geräumt. Klar wollte und will ich zu Olympia aber es war nie schon jetzt mein Ziel. Mir ist klar, dass ich noch super Jung bin und Sochi 2014 realistisch ist. Ich bin eigentlich jetzt noch nicht so weit und kann noch viel schneller, das ich jetzt schon fahre ist einfach unglaublich, einfach schön.
Jetzt war klar das du Nominiert bist. Wann hast du Realisiert das du dabei bist?
An dem Tag als ich es erfahren hatte war ich gerade bei der Weihnachtsfeier bei meinem Arbeitgeber der Bundeswehr. Ich hatte mein Handy vergessen und Markus hat schon lange versucht mich zu erreichen. Die Jungs die mit wahren kamen dann auf mich zu und gratulierten mir, sie hatten schon was durch den Buschfunk gehört. Ich winkte noch ab und sage jaja. Als ich dann nach Hause gefahren bin hat mich Markus endlich erreicht und mir um 10 Uhr Nachts gesagt, dass ich mit nach Vancouver fahre und mit im Team bin. Er war selber total überrascht und ich total fertig. Ganz realisieret hatte ich das dann aber noch nicht. Mit Claudia lag so viel in der Luft und ich bin eher davon ausgegangen das ich nicht fahre. Viele haben mich drauf angesprochen, Freunde, im OSP und andere Sportler aber ich sagte immer ruhig bleiben. Erst zur Einkleidung, das auch noch am Pressetag des DOSB konnte ich es endlich glauben und da ging es richtig los. So richtig glauben was da gerade passiert, werde ich sicher erst wenn wir rüber fliegen und ins Dorf ziehen. Wenn ich dann mit Mattschi im Zimmer stehen dann bin ich mir wohl ganz bewusst, dass ich bei Olympia starte.
Ja, es ist nun mal eine ganz besondere Veranstaltung und nicht alltäglich! Was erwartest du von deinen ersten Spielen?
Ich hoffe, dass ich viele Menschen und andere Sportler kennen lerne. Ich will die Atmosphäre spüren und merken das Olympia seine eigenen Gesetze hat, das es eben etwas besonderes ist und es was bewirkt und ich euphorisch am Start stehe und Stolz bin. Mein eigentliches Ziel ist aber Sochi und das bleibt auch so und hier will ich Erfahrungen sammeln. Klar werde ich im Team alles geben und die Welt Cups hatten gezeigt was möglich ist auch wenn die anderen Teams sicher auch noch ne Schippe auflegen werden. Das können wir aber auch!
Wann hast du das erste Mal Olympia mitbekommen?
Erstes Mal Eiskunstlaufen Stefan Lindemann, vor 4 Jahren in Turin. Andere Spiele habe ich zwar wahrgenommen aber das erste Mal in Turin so richtig.
Warum gerade Stefan?
Durch meinen Bruder, er und auch ich waren selber früher Eiskunstläufer und Stefan für uns beide immer ein Vorbild und der beste Läufer und vor allem bester Springer. Das fand ich toll und unsere Familie hat halt immer Eiskunstlaufen geschaut. Eisschnelllaufen war noch nicht so im Mittelpunkt und die “Großen” mit denen ich jetzt nach Vancouver fahre kannte ich bis letztens Winter noch gar nicht. Ich bin mit Patrick Beckert auch die Jüngste.
Bekommst du Besuch bei den Games?
Leider nein. Natürlich haben meine Eltern und Freunde nix geplant gehabt, damit hatte keine gerechnet. Sie drücken aber zuhause die Daumen.
Auch an dich die Frage, wirst du zur Eröffnungsfeier gehen?
Auf jeden Fall! In diesem Jahr will ich so viel wie möglich von dem Olympic Spirit mit nehmen und dazu gehört nun mal ganz besonders die Eröffnungsfeier! Ich freu mich riesig drauf mit der Mannschaft ein zu laufen! Yippie, ich fahre nach Vancouver!
Isi, ich wünsche dir Spaß und natürlich aber auch Erfolg. Genieße deine ersten Olympischen Spiele und sauge alles auf!
Nach meinem persönlichen Scheitern an der Qualifikation der Olympischen Winterspiele in Vancouver habe ich nun die Chance als Außenstehender mit Insiderwissen von den Spielen zu berichten. Vor dem Start der Wettkämpfe befragte ich ein paar deutsche Teilnehmer um die reichlichen Leser des Eis-Blogs einzustimmen.
Jetzt gleich zwei meiner Teamkameraden im Doppelpack: Samuel Schwarz und Nico Ihle, beides Sprinter und beide mit Leistungszuwächsen in diesem Jahr, habe ich zu ihren Olympia-Qualifikationen befragt und was sie alles von den Spielen in Vancouver erwarten.
Viel Spaß,
Hugo
Hallo ihr beiden, schon im Olympiafieber?
Samu: Ja, das Olympiafieber hat schon angefangen, seit der Einkleidung denke ich jeden Tag daran und freue mich sehr. Ich habe ein sehr positives Gefühl von Vorfreude und Spannung, einfach das Ganze alles, das olympische Flair interessiert mich einfach.
Nico: Ich bin auch schon im Fieber. Ich warte aber noch auf das Kribbeln, auf das Besondere, was sicher erst vor Ort kommen wird. Ich denke auch jeden Tag an die Spiele im großen Ganzen, das macht einige harte Trainingsphasen vergessen.
Ihr habt beide erst in Übersee (Calgary und Salt Lake City) eure Qualifikation geschafft. Wie war es von den ersten Wettkämpfen des Jahres bis dorthin? Waren es normale Vergleiche oder war die Qualifikation immer im Kopf?
Nico: Die Norm war immer im Kopf, die Zeiten waren eigentlich egal, ich wollte immer nur die geforderte Platzierung schaffen. Ich habe mir dabei aber nicht einen so großen Druck aufgebaut. Ich habe versucht, immer daran zu denken, dass noch andere Wettkämpfe kommen und ich es schaffen kann. Vor der Saison dachte ich, meine Möglichkeiten liegen auf den 500m. Ich habe mich also das ganze Jahr auf die 500m vorbereitet und den Fokus darauf gelegt. Auf 1000m konnte ich mich von einem zum anderen Lauf immer wieder verbessern. Die halbe Normerfüllung in Berlin hat gezeigt, dass es auch über den Kilometer möglich ist.
Samu: Mich hat der Druck ganz schön beschäftigt, ich bin mit Sicherheit nicht an meine Leistung des Vorjahres herangekommen. Es hat mich gebremst und verkrampft, ich konnte meine Leistung nicht abrufen.
Wie war es dann, als die ersten WC nicht so liefen?
Samu: Nach der schlechten Meisterschaft konnte ich beim ersten World Cup in Berlin aufsteigen, in Heerenveen hatte ich eine Teilnorm geschafft. Es lief etwas besser aber die Norm war immer im Kopf. Eigentlich war der Fahrplan, es schon vor Übersee zu schaffen. Nun musste ich in Calgary in der A-Gruppe einen Alles-oder-Nichts-Lauf machen. Gut laufen… unter die Top 16 kommen und ich bin dabei. Schlecht laufen… was einen Abstieg in die B-Guppe bedeutet hätte und das Jahr wäre gelaufen gewesen. Am Start ging mir alles durch den Kopf, ich bin total verkrampft, angespannt gelaufen und war überhaupt nicht schnell. Es hat gerade so gereicht, ich hatte es geschafft, der 16. Platz! Schon in der Auslaufrunde sind mir die Tränen gekommen. Die ganze Anspannung ist abgefallen, der Druck, die Unsicherheit, der Traum – Das war jetzt alles geschafft und ich war wie befreit. Am Abend konnte ich ziemlich lange nicht einschlafen, weil ich immer noch darüber nachgedacht habe.
Nico, du hast dein Ticket in SLC gelöst und deine letzte Chance genutzt, auch durch Samuel. Wie erging es dir vor dem Lauf?
Nico: Am Vorabend war ich noch für die B-Gruppe ausgelost worden und damit war mir schon klar, dass ich mich bei der Sprint-WM noch mal richtig zeigen muss. Auch am nächsten Tag, 8:30 Uhr im Bus, war mir noch nicht klar, dass ich in der A-Gruppe starten kann. Ich habe mir gesagt, dass ich auch in der B-Gruppe schnell laufen werde. Erst im Bus hat mich Bart angerufen und mir gesagt, dass ich durch den Verzicht von Samuel starten konnte. Ich habe mich dann übelst gefreut, ich hatte noch mal eine reale Chance, das war schon ein schönes Gefühl. Ich habe mir aber nicht den Druck aufgebaut, dass ich es schaffen muss, ich wollte aus der Situation das Beste machen. Es hat mich eher motiviert, als dass es Druck aufgebaut hätte. Es hat mich regelrecht beflügelt und dann kam noch mal eine neue Auslosung. Es hat alles gepasst, ich sollte erst außen laufen – das 4. Mal in diesem Jahr -, dann die neue Auslosung. Ich innen gegen den Weltrekordhalter auf 500m, Jeremy Wotherspoon, das war absolut. Ich habe mir gesagt, wenn ich schon wie immer kaputt gehe, dann wenigsten die letzte Kurve innen. Hier auf der schnellen Bahn komme ich schon irgendwie ins Ziel.
Wie lief das für dich ab Samu?
Samu: Für mich war es ein ähnlicher Wechsel wie für Nico. Ich hatte vorher mit dem Trainer darüber gesprochen, dass, wenn mein Weglassen die letzte Chance für Nico ist, ich es dann machen werde. Wir haben schon Tage vorher darüber geredet, dass die Holländer nicht da oder krank sind, und wenn es eng wird, war die Option, dass ich den Lauf zugunsten von Nico aussetze. Am Abend war dann die Auslosung, es war klar, dass Nico nicht in der A-Gruppe startet und auch mein Rückzug nichts bringen würde, also konnte ich starten. Nächster Morgen: Für mich normale Vorbereitung auf den Wettkampf und dann sehe ich Jan Coopmans mit dem Handy am Ohr zu mir kommen. In dem Augenblick ist mir der Gedanke gekommen, dass sich hoffentlich nichts an der Situation ändert und es nicht um Nico und mich geht.
Und dann war klar, dass dein Aussetzen reicht, um Nico in der A-Gruppe starten zu lassen?
Samu: Ja, ich habe Bart gesagt: “Ich lasse weg, viel Erfolg für Nico!“, und mit dem Auflegen war mir klar, die Überseereise ist fertig, ich könnte abreisen. Ich war enttäuscht, dass ich nicht startete. Ich wollte noch mal auf super schnellem Eis eine gute Leistung zeigen. Die 1500m liefen sehr gut und ich wollte auf meiner Hauptstrecke befreit auflaufen.
Wie war es dann, den Wettkampf von Nico von außen zu erleben?
Samu: Ich wollte dann reinfahren, ich wollte sehen, was abgeht. Ich habe die Ergebnisse der B-Guppe gesehen, wie gut die Bedingungen sind, was mich geärgert hat, denn ich wollte ja auch laufen. Zu Nico habe ich versucht, Abstand zu halten, um ihn nicht zu beeinflussen. Ich wollte nicht noch mal Druck machen, nach dem Motto “Nutz die Chance!”.
Nico am Start vs. Jeremy, das ist schon ein heißes Ding, es ist immer eine Ehre, gegen ihn zu laufen, er ist schon ein großer der Sprint-Szene. Ich drückte Nico die Daumen und hoffte, dass die ganze Aktionen einen Sinn macht! Dann habe ich Nico für Olympia das Beste gewünscht und die Daumen gedrückt, aber nicht für den deutschen Rekord, den wollte ich behalten. Dann hat er ja ein wirklich super Rennen gemacht, ich denke, das beste Rennen seinen Lebens. Als dann zwei weitere Paare durch waren und klar war, dass es mindestens der 16. Platz wird, war ich froh, dass es gereicht hat. Wir haben uns Zeichen gegeben und es war zwischen uns klar, dass es geklappt hat.
Mir war wichtig, dass er versteht, was passiert ist und dass er weiß, wie wichtig mir auch mein Lauf war. Er hat sich beim Ausfahren dann auf ehrliche Art und Weise bedankt und auch so, dass ich merkte, dass ich das Gefühl hatte, dass er versteht, was in mir vorging.
Was war es für ein Gefühl für dich, Nico, diesen Lauf ermöglicht bekommen zu haben?
Nico: Ich hatte schon ein kleines bisschen ein schlechtes Gewissen und mir war schon klar, was es auch für ihn bedeutete, auf diesen Lauf zu verzichten. Auf dem Eis zur Wettkampfvorbelastung ist Samu dann noch mal zu mir gekommen und hat gefragt, ob ich noch was brauche und hat mir viel Glück gewünscht. Ab da war mir klar, dass es in Ordnung geht und ich die Chance ohne schlechtes Gewissen nutzen kann. Druck habe ich trotzdem nicht aufgebaut, es war mehr Freunde, die Chance zu bekommen. Ich hab sie genutzt!
Ab dann war klar, dass es nach Vancouver geht?
Beide: Ja, wir waren uns sicher, wir sind Olympiateilnehmer.
Merkt ihr schon einen Unterschied im Vergleich zu anderen Wettkämpfen?
Nico: Ich bin voller Vorfreude auf das, was ich noch nie erlebt habe. Olympische Spiele gibt es nur alle 4 Jahre, und ich darf dabei sein. Krass!
Samu: Ich glaube, für mich ist es die Freude auf den Mythos Olympische Spiele!
Was erwartet ihr, außer bezüglich eurer eigenen Leistungen, von Vancouver?
Samu: Ich erwarte Olympisches Flair, andere Sportler, gemeinsam mit Sportlern essen, überall die Olympischen Ringe, das Gefühl bei etwas Besonderen dabei zu sein. Und dass nicht alle hier sind sondern nur die Besten.
Nico: Einen Wettkampf der Besten der Besten.
Wann hast Du das erste Mal daran gedacht, dabei zu sein.
Nico: Vor 4 Jahren hat unser Trainer Bart gesagt, dass wir Medaillen gewinnen können. Da war für mich das Ziel Olympia klar, daran haben wir gearbeitet. Wirklich richtig bewusst, dass ich es auch schaffen kann, war es mir erst in diesem Jahr. Ich war von der Leistung her soweit, dass es möglich war.
Und du Samu?
Samu: Im Ernst?
Klar!
Samu: Mit 14, zur Konfirmation, musste bei einem Kennenlernspiel jeder seinen Namen und einen Satz, der ihn charakterisiert, sagen. “Ich bin Samuel Schwarz und fahre mal zu den Olympischen Spielen”. Alles hat gelacht, jetzt ist es Realität.
Ob sie jetzt noch lachen? Wann war es dir bewusst, dass Du es auch schaffen kannst?
Samu: Schon vor vier Jahren, als Bart nach Deutschland gekommen ist, hätte ich im ersten Jahr die Qualifikation geschafft und es war mir klar, dass ich es drei Jahre später auch schaffen werde und es drauf habe.
Was hat die Leistungsentwicklung dieses Jahr ausgemacht?
Samu: Das deutlich verbesserte Krafttraining mit Eberhard Deutscher im OSP-Berlin und das noch konzentriertere Zusammenarbeiten auf dem Eis.
Würdet ihr Euch öfter mehr Medienpräsenz wünschen?
Wir sind nicht gerade mediengeil, aber wir hätten gerne, dass unsere Leistungen mehr gewürdigt werden und sie nicht immer schlechter geredet werden, als sie sind.
Eröffnungsfeier?
Samu: Auf jeden Fall!
Nico: Ich geh! Es ist noch mal ein extra Kick! Das motiviert, das ist alles, das Erste mal dabei…
Jungs, ich danke euch und haltet die Sprinterfahnen in Vancouver hoch!
Nach meinem persönlichen Scheitern an der Qualifikation der Olympischen Winterspiele in Vancouver habe ich nun die Chance als Außenstehender mit Insiderwissen von den Spielen zu berichten. Vor dem Start der Wettkämpfe befragte ich ein paar deutsche Teilnehmer um die reichlichen Leser des Eis-Blogs einzustimmen.
Der Langstreckler im Deutsche Team schlecht hin. Die langen Kanten über 5 und 10 km sind seine Stärke und auch da hat er in den letzten Jahren immer wieder mit Top Leistungen überzeugt. Auch Marco Weber habe ich nach Robert und Katrin zu Olympia befragt. Viel Spaß
Hugo
Hallo Marco, bist Du dieses Jahr in die Saison zu gestartet um dich für die Spiele zu Qualifizieren, oder um bei den Spielen gut abzuschneiden, nach 2 verpassten Chancen 2002 und 2006?
Mein Weg fing 2004 mit dem Wechsel zu Jan Coopmans an um mich auf die Spiele 2010 vorzubereiten. Ein langfristiger Aufbau war notwendig, die Ergebnisse kamen schneller als gedacht, aber das Ziel war 2010. Dieses Jahr war der Fokus nicht die Normerfüllung sondern der Wettkampf bei den Spielen. Die 10 000m zur Qualifikation in Hammer waren wichtig da sie nur einmal gelaufen wurden, aber 95% haben da auch gereicht. Die Form um es zu schaffen war da.
Unser Ziel war es, bei den World Cups in Europa alles fest zu machen und zweimal unter die ersten 16 zu laufen. In Übersee ist immer vieles unvorhersehbar, das wollten wir vermeiden. Der Formaufbau war aber nicht speziell darauf ausgelegt.
Wie war es dann die Ergebnisse zu erreichen, nach zwei verpatzen Olympiaden, warst du erleichtert?
Ich war erst nach der ersten Nominierungsrunde sicher, am 17.12. Das habe ich aus den letzen Jahren gelernt.
Ist da dann Olympia näher gekommen?
Nein, das war erst am 14.01 der Fall, bei der Einkleidung in Erdingen. Ab da ist bei mir Olympisches Feeling aufgekommen, ab da war es greifbar. Es hat das erste Mal gekribbelt.
Was denkst du wird bei Olympia anders sein, im Vergleich zu anderen Wettkämpfen?
Es wird viel mehr Aufmerksamkeit auf diesen einen Tag liegen. Alle haben sich auf diesen einen Tag vorbereitet, alle wollen es und müssen ihre Nerven im Zaun halten, wer es kann wird seine Leistung abrufen können.
Wirst du es?
Werden wir sehen.
Was hast du dafür getan?
Ich habe mir lange die Wettkämpfe von 2006 angeschaut, man kann nur versuchen die Gewissheit zu haben gut vorbereitet zu sein und sein Bestes geben.
Wann hast du das erste mal Olympische Spiele wahrgenommen?
Das erste Mal habe ich die Spiele 1994 mit Johann Olav Koss in Hamar wahrgenommen, das war einprägsam.
Warum gerade das?
Weil er so dominiert hat, in seinem roten Laufanzug, in Zeiten die heute noch für vordere Platzierungen reichen würden und das alles in der eigenen Halle und bei der besonderen Atmosphäre.
Wann ist dein Olympia gekommen, ab wann wolltest du auch dabei sein?
Das war erst 1998 in Nagano mit Frank Dittrich, den kannte ich persönlich und das war das erste Mal das ich es so richtig wahrgenommen habe und mir das auch als Ziel vorstellten konnte.
Was werden die Spiele für dich? Nur Focus auf den Wettbewerb?
Konzentration auf den Wettkampf schon, aber mein Trainer sagte ich sollte die Spiele auch genießen und es als Belohnung für die jahrelange Arbeit sehen.
10 Tage Pause zwischen Deinen Rennen, was möchtest Du dazwischen sehen?
Ich will unbedingt einmal nach Whistler, und einmal eine Biathlon Entscheidung sehen.
Die 5000m gleich am ersten Tag, Eröffnungsfeier mit dir?
Definitiv, nein.
Schade?
Der Wettkampf ist wichtiger, ich freue mich mehr auf die Abschlussveranstaltung.
Bekommst du Unterstützung vor Ort?
Leider nur zu den 10 000m da es für die 5km keine Karten mehr gab. Meine Familie wird da sein.
Marco, ich danke dir und viel Erfolg, dass sich die Jahre harter Arbeit gelohnt haben!
Nach meinem persönlichem Scheitern an der Qualifikation der Olympischen Winterspiele in Vancouver habe ich nun die Chance als Außenstehender mit Insiderwissen von den Spielen zu berichten. Vor dem Start der Wettkämpfe befragte ich ein paar Deutsche Teilnehmer um die reichlichen Leser des Eis-Blog´s einzustimmen.
Nach Robert Lehmann nun die Langstreckenspezialistin Katrin Mattscherodt. Für die Berlinerin werden es die ersten Spiele sein und nach dem Dopingurteil gegen Claudia Pechstein hat sie ihre große Chance genutzt und sich mit guten Leistungen ins Team Vancouver gelaufen.
Hallo Katrin,
Wann hast du Olympia das erste Mal wahrgenommen?
Das erste Mal 1988 aus Calgary und dort Bobfahren mit noch 2 deutschen Mannschaften. Für die Spiele in Nagano 98 bin ich das das erste Mal extra aufgestanden und ich habe Eislaufen auf Video aufgenommen. Die Zweikämpfe Gunda gegen Claudia habe ich mit Spannung verfolgt. Die Videos sind noch im Keller, hat noch jemand ein Abspielgerät?
Und ab wann hast du an Vancouver gedacht? Schon vor 4 Jahren?
Eigentlich nicht. Die letzten Jahre war es mein Ziel Nummer 4 im Langstreckenbereich zu werden. Da nur 3 bei Olympia an den Start gehen, war es kein realistisches Ziel für mich. Für dieses Jahr wollte ich nach Verletzungen im Vorjahr wieder an mein altes Leistungsvermögen anknüpfen. Die ersten beiden World Cups liefen nicht so zufriedenstellend und da habe ich die Teilnahme an den Spielen für mich abgehakt und aus meinem Kopf geschmissen.
Und dann kam der Langstrecken World Cup in Hamar, 5000m.
Genau, der erste World Cup ohne selbstauferlegten Druck und es lief gleich super. Das Problem war das der Platz, den ich erlaufen habe ein Nationen-Platz ist und nicht personengebunden. Ich hatte das Gefühl, dass sich mehr für Claudia gefreut wurde als für mich.
Wie war es für dich, als Claudia mit dem Eilantrag in Salt Lake City am Start war?
Ich wusste, dass ich dort unbedingt schneller sein musste als sie, was ich bis dahin noch nie war. Gestartet ist sie im 3000m- Lauf vor mir und als ich ihre Endzeit gesehen habe, wusste ich, dass ich sie an diesem Tag schlagen kann. Danach war ich mir sicher, dass ich in Vancouver starte.
Nach der Quali, merkst du, dass es zu den Olympischen Spielen geht?
Man merkt, dass sich (Presse-) Termine häufen. Sonst habe ich es noch nicht realisiert, dass so etwas Großes ansteht.
Nicht aufgeregt?
Es ist schon alles sehr spannend, aber die Nervosität wird erst vor Ort kommen.
Du wirst 3000m, 5000m und wahrscheinlich Team laufen. Ich gehe davon aus, dass du dich gut dafür vorbereitet hast. Worauf freust du dich noch während der Spiele?
Auf das große Drumherum, die anderen Sportler, die zahlreichen freiwilligen Helfer und die Fans. Leider bin ich die ganzen 3 Wochen im Einsatz, sodass ich nur ein oder zwei andere Sportarten anschauen kann.
Für mich waren die Eröffnungs- und Abschlussveranstaltung ein Höhepunkt der Winterspiele in Turin 2006. Wirst du in Vancouver ins Stadion einlaufen?
Abschluss mit Sicherheit, Eröffnungsfeier bin ich mir noch nicht sicher, 2 Tage später sind die 3000m.
Dann wünsche ich dir viel Erfolg und dass du es geniessen kannst. Danke Katrin
Nach meinem persönlichem Scheitern an der Qualifikation der Olympischen Winterspiele in Vancouver habe ich nun die Chance als Außenstehender mit Insiderwissen von den Spielen zu berichten. Vor dem Start der Wettkämpfe befragte ich ein paar Deutsche Teilnehmer um die reichlichen Leser des Eis-Blog´s einzustimmen.
Los geht es mit dem Erfurt Teamkamarad Robert Lehmann.
Robert, gratu zur Qualli! Wie schon berichtet waren die letzten Wochen nicht gerade leicht für dich. Kannst du mal einen kurzen Abriss deiner Gefühle geben?
Nach der knapp verpassten Qualifikation mit dem Team und der halben Quali im Einzel musste ich seit Mitte Dezember auf die “Gnade” des DOSB hoffen. Ich war, nachdem ich den Ärger verdaut hatte, aber sehr sehr zuversichtlich und habe mich im Training voll reingehängt. Der Abstand von Berlin und die zeitweise Rückkehr in die Erfurter Heimat haben mir gut getan und mich motiviert alles zu geben und daran zu glauben. Seit der EM geht es nur noch bergauf, die Chemie zwischen Bart Schouten und mir stimmt wieder 100% und das Training läuft. Lediglich in den Stunden vor der Entscheidung kamen bei mir Zweifel auf und ich wurde sehr nervös! Als die Entscheidende Nachricht kam, viel mir und meiner Familie ein großer Stein vom Herzen!
Nach Turin ist es die zweite Olympiade für dich. Jetzt bist du kein Neuling mehr. Gibt es unterschiede von zu vor 4 Jahren?
Es ist einerseits komisch und auch traurig das ich der einzige der leider nur fünf Deutschen Männer bin der in Vancouver seine zweiten Spiele erlebt. Ich bin ja nun ein “alter Hase” Aber im ernst, ich hätte mir gewünscht mit dem Teampursuit Team anzureisen und den Traum einer Medaille zu verwirklichen! Leider hat dies nun nicht geklappt und wir sind aus dem starken Team in Berlin mit Nico, Samuel und mir nur zu dritt! Bob de Jong nicht zu vergessen! Der Unterschied für mich besteht dieses mal, natürlich darin das ich nur Einzelstrecken laufe und die Vorbereitung somit eine andere ist.
Leider nun nur dir beiden Einzelstarts. Wie sieht dein Zeitplan bis zum 5km Start am 13.02 aus? Was wird noch trainiert, bist du fit, Material passt, schon die neuen Laufanzüge getestet?
Ich bin seit 2 Wochen in Erfurt und bereite meine beiden Einzelstarts über 5km und 1500m intensiv und konzentriert vor. Ich konzentriere mich derzeit hauptsächlich auf die Technik und die Taktik für die Rennen. Ich bin super fit und körperlich bestens in Schuss! Worum es nun also geht in den letzten Tagen vor den Spielen sind Kleinigkeiten. Die Haupttrainingsphase ist mehr oder weniger vorüber und ich gehe am Samstag den 30.1. mein vorletztes Testrennen in Erfurt an. Mein Material ist dank unserer Materialmänner Michael Künzel und Sjoerd Gerats in allerbester Verfassung. Den neuen, extra für Olympia entworfenen und weiter entwickelten Rennanzug habe ich getestet und für super schnell befunden
Wie bist du zum Eislaufen gekommen und wann haben Olympische Spiele für dich zum ersten mal Kopf rumgegeistert, was für eine Verbindung hast du zu den Spielen?
Ich habe im Alter von 4 Jahren mit Eiskunstlauf begonnen und habe mit 8 Jahren, aufgrund von Talentlosigkeit zum Eisschnelllauf gewechselt
Wann die Olympischen Spiele für mich das erste mal eine Rolle gespielt haben weiß ich gar nicht genau. Ich glaube ich hatte nie diesem großen Olympiatraum von dem so viele berichten. Es war vielmehr eine Entwicklung und viel harte Arbeit. Heute weiß ich das die Spiele das absolut größte sind was ein Sportler erleben kann und ich bin stolz darauf dabei zum zweiten mal dabei zu sein.
Wer unterstützt dich in Vancouver, kommt Familie mit, Freunde, Fanclub?
Meine Eltern, meine Schwester, ihr Freund und meine kleine Nichte sind in Vancouver die komplette Zeit dabei. Sie haben ihren “Olympia- Trip” schon lange vor meiner Nominierung geplant und waren froh das ich nun auch “mitkomme” . Meine Familie hat für meine Einzelstarts und die Teamlauf Tage Karten und werde mich zusammen mit den Eltern von Tobias Schneider unterstützen. Ganz besonders stolz bin ich auch darauf das meine treuesten Fans, eine lang befreundete Familie aus Erfurt für eine Woche die Reise nach Vancouver antritt um mich auf den 1500m anzufeuern. Ich hoffe natürlich noch weitere Bekannte Gesichter vor Ort und freue mich über jeden der mich unterstützt!
Worauf freust du dich in Vancouver, was erwartest du?
Ich freue mich eigentlich auf den ganzen Trip über den Großen Teich nach Kanada! Ich bin sehr gespannt auf das Olympische Dorf und die Organisation der Spiele! Ich bin davon überzeugt das es großartige Spiele werden und jene in Turin um längen übertreffen wird. Leider ist unser Männerteam nicht besonders groß und viele wichtige Trainingspartner und Freunde fehlen. Der Stimmung wird das hoffentlich kein Abbruch tun und wir gehen zuversichtlich und gut gelaunt an die Herausforderung Olympische Spiele! Ich hoffe sehr das wir eine wahnsinnig gute Perfomance abliefern können und die Sprinter Nico und Samuel ihren Aufwärtstrend weiter bestätigen können. Ich bin bester Dinge und eines steht für uns fest: “Wir haben nichts zu verlieren und wollen gewinnen”! Vielleicht ist das Treppchen noch zu weit weg aber die Sympathien von Fans und Sponsoren sind ist ganz sicher in Reichweite
Robert, ich danke dir für deine Antworten und ich bin gespannt dich in Vancouver laufen zu sehen. Ich freu mich das es noch geklappt und nun ist alles möglich!
Nun sind einige Tage vergangen und die Ereignisse aus Salt Lake verarbeitet. Verdaut noch nicht, dies wird wohl erst nach der Saison der Fall sein. Ohne jetzt näher auf die Strecken einzugehen, steht das verpassen der Qualifikation des Deutschen Männerteams im Team Pursuit unweigerlich im Raum. Das Scheitern hat viele getroffen und die Ohnmacht ist zu spüren. Man kann es nicht schön reden, die Arbeit von 4 Jahren ist an einem Tag in Utah nicht belohnt worden und wir stehen nun ohne Ergebnis da.
Lauf des Lebens vs. Höllentrip ins Verderben
Die Gefühle hätten nicht unterschiedlicher sein können. Erst der Wahnsinns run von Nico Ihle über 1000m, der im direkten Duell gegen Jeremy Wotherspoon deutschen Rekord lief und mit einem 7.!!!! Platz in der A-Gruppe das Olympiaticket löste! Dies alles haben wir bewusst aufgenommen, als Zeichen, dass alles möglich ist. Let´s go boys!
Wie Robert auf der men.icespeedskating.de Seite schon berichtete, haben wir es nicht geschafft. Nach 3 Jahren, bei dem im Teamlauf immer gute Leistungen gebracht worden sind, haben wir Drei sehr bescheidene Läufe abgeliefert und uns so schlecht wie noch nie präsentiert. Zu unsicher, zu wenig Selbstvertrauen, zu viel Chaos und Politik und das Fehlen des eigenen Vermögens haben keine bessere Leistung zu gelassen.
Und nun?
Jetzt nach Fehlern und Ursachen zu fahnden, ist nicht der Zeitpunkt und schon gar nicht meine Art. Es sind einige gemacht worden, die vermeidbar waren aber gemacht worden sind. Die Floskel ” hinterher ist man immer schlauer” trifft hier sehr gut zu und mit der Zeit wird sich zeigen, was die Zukunft für das Team bringt.
Das Ausscheiden des Teams hat Folgen für Tobias, Stefan und mich. Unsere Saison war natürlich auf Vancouver ausgerichtet. Nun fehlen uns ein wenig die Ziele. Alle anderen haben die Normen erfüllt oder waren schon vorher aus dem Rennen. Wir drei “Gescheiterten” haben etwas Abstand genommen. Ich war genau eine Woche nicht sportlich aktiv und versuchte Abstand zum Eislaufen zu gewinnen. Danach habe ich nach einem Gespräch mit Trainer Bart die nächsten Stationen besprochen und das Training wieder aufgenommen. Jeder geht seinen Weg…
Nach dem Verpatzen Auftakt in Heerenveen, steht der Fokus der deutschen Männermannschaft nun ganz auf dem Team Pursiut. Hierfür absolvierten wir am Dienstag Mittag ein gemeinsames Training in dem wir auf den Entscheidenden Lauf am Sonntag in Calgary, und nächste Woche in Salt-Lake-City eingestellt worden sind. Neu in der Teamfraktion ist der Jungster der DESG, der Erfurt Patrick Beckert. Er hat sich mit seinen Leistungen auf der Langstrecke in die engere Teamauswahl gelaufen und verstärkte uns im Training. Wir bildeten zwei Team zu je drei Mann und Testeten Wechsel und Abläufe. Nach einem Testlauf über 6 Runden, in Wettkampfgeschwindigkeit, haben wir uns alle gut Präsentiert und am Samstag werden die Trainer mit Sicherheit eine Starke Mannschaft Nominieren können, die als TEAM die Olympianorm erlaufen wird!
Ja, wir sind alle gut angekommen. Genau wie vor 4 Jahren, damals hatte unser Flieger technische Probleme, hatten wir Verspätung bei der Überseereise. Wegen einem medizinischen Zwischenfall musste unsere AirCanada Maschine in Toronto zwischenlanden und ist somit ca. 10 Stunden später in Frankfurt gelandet. Danke an den netten Lufthansa Mitarbeiter der uns in Berlin, obwohl er von der neuen Abflugzeit von 23.30 wusste, nach Frankfurt hat fliegen lassen. Die fast 11 Stunden hat dann jeder auf seine Art und Weise verbracht. Ich habe ein wenig am Rechner gearbeitet und bin dann in die Stadt, um ein wenig zu shoppen und mir die Altstadt anzuschauen. Der Flug war dann sehr angenehm. Es hatten viele, die meisten hatten noch Anschlussflüge in Calgary, kurzfristig umgebucht und der Flug war somit nicht sehr voll. Ich konnte es mir auf 3 Bänken gut gehen lassen und bin entspannt in Calgary gelandet und um 3:30 dann auch im Hotelbett friedlich eingeschlafen. Calgary ist für mich einer der schönsten Wettkampforte der Welt. Die Eishalle, das Olympic Oval, ist super schön, die Unianlagen machen Spaß und es ist ein lockeres Leben, das mir sehr gefällt.
Freitag 27.11.09
Am Freitag stand dann “Anpassungs-Training” auf dem Plan. Am Morgen war ich 45min Joggen und, um meine Knochen wieder beweglich zu machen, ein wenig allgemeine Kraft. Den Nachmittag haben wir genutzt, um uns an das schnelle Eis zu gewöhnen. Wenn man hier nach längerer Zeit wieder auf dem Eis steht, ist es schon ein tolles, aber auch komisches Gefühl. Nach längerem Einlaufen und ein paar Steigerungen war es genug. Man merkt die vom Flug etwas müden Knochen.
Samstag 28.11.09
Um uns auf den World Cup gut vorzubereiten, haben wir schon lange vor der Überseereise besprochen, dass wir am Samstag einen Wettkampf laufen werden. Für mich stand eine 1000m auf dem Plan und diese bin ich dann auch angegangen. Für meinen Jetlag war es recht angenehm, dass meine Startzeit 13:30 war und ich somit ausgeschlafen an den Start gehen konnte. Über die lange Sprintstrecke bin ich dann eine neue persönliche Bestzeit gelaufen. In 1.10.15 war ich etwas schneller als letztes Jahr in Salt-Lake-City. Unzufrieden bin ich wieder mal mit meinem Start. 17.4 auf den ersten 200m sind einfach viel zu langsam und verhinderten auch eine Zeit unter der magischen 1.10.00…na vielleicht beim World Cup, wenn ich über den Kilometer eingesetzt werde. Die Runden waren dann gut und 25.8+26.8 geben Mut für die 1500m. Am Nachmittag bin ich dann in der Stadt etwas Bummeln gegangen. Die Beine wollten noch etwas bewegt werden und das haben sie auch bekommen
Ruhetag, da will man mal ausschlafen und so. Denkste! Der Jetleg jagt einen halb 6 hoch und man dreht Däumchen im Bett. Die Zeit überbrückte ich mit Arbeiten für die Uni und am Blog, bis es dann um 8 zum Frühstück und um 10 zur Massage ging. Danach noch etwas Technikanalyse und dann auf in die Mall zum großen shoppen….hell yeah! Den späten Nachmittag habe ich zusammen mit Tobi vor dem Fernseher verbracht, denn hier lief, 300m von unserem Hotel entfernt, das Kanadische Football Finale, der Grey Cup.
Montag 30.11.09
Mit der Zeitumstellung komme ich nun immer besser zurecht und schlafe jetzt auch etwas länger, 7:00 Uhr war die Nacht zu Ende. Am Vormittag haben wir ein leichtes Ausdauertraining auf dem Eis gemacht. Zusammen mit Tobi habe ich 3x8min in ruhigem Tempo absolviert mit 2 Steigerungen im Anschluss. Habe mich sehr gut gefühlt und mir liegt das schnelle Eis sehr. Den Nachmittag habe ich mit Uniarbeiten und 60min Radrolle verbracht. Also, alles recht locker heute
In Hamar angekommen, war ich nur damit beschäftigt Motivation zu sammeln. Die bisherigen zwei World Cup Auftritte waren alles andere als berauschend und die Aussichten auf Erfolg nicht gerade groß. Im Training lief es die Woche, wie eigentlich immer, recht gut und ich fühlte mich, auch wie immer, bereit schnell zu laufen. In Berlin habe ich von unserem Techniker Sjoerd Geraets noch mal meine Kufen bearbeiten lassen um meine Form nicht auf das Material schieben zu können. Kann man auch nicht denn die neuen Marchese RECORD Blades laufen super gut und ich fühle mich sehr wohl auf ihnen.
Unter der Woche ist mein Trainer Bart schon auf mich zu gekommen und hat mir ins Gewissen geredet das ich unbedingt am Start, dem Angang und einer aggressiven ersten Runde arbeiten muss. Im Training bin ich dieses Jahr schon viele schnelle Runden gelaufen und habe mich da deutlich verbessern können. Ich habe im Allgemeinen mein Grundtempo ein weiteres Mal steigern können. Eigentlich, denn im Wettkampf konnte ich es noch nicht ein einziges Mal umsetzten. Der Plan also: Super harte und schnelle erste 300m, aggressive Runde und dann das Tempo gut mitnehmen.
In Hamar bin ich dann erst mal durch eine moralische Achterbahn geschlingert. Da sehr viele Skater, vor allem aus Korea und Kanada nicht nach Hamar gereist sind, sind viele 1500m Spezialisten aus der B-Gruppe in die A-Gruppe gerutscht. Zu meinem Bedauern war ich der erste der nicht den Sprung in die “bessere” Startgruppe geschafft hat und wurde im letzten Paar gegen den Japaner Sugimori ausgelost.
Nach einer unruhigen Nacht mit vielen wirren Gedanken im Kopf habe ich nächsten Morgen, dem Wettkampftag, meinen normalen Tag gestartet. An der Eisbahn angekommen und bereit zu laufen, wurde mir dann die freudige bzw. überraschende Nachricht mitgeteilt. “Rucke Krank, du rutschst hoch und startest im ersten Paar! ” Okay, geh ich wieder ins Hotel und relaxe noch ein wenig und bereite mich mental auf die letzte Chance vor mich auf einer Einzelstrecke für die Olympischen Spiele zu qualifizieren vor. Neuer Start: 13 Uhr, Außenbahn mit Vollgas in den Kampf stürzen.
Das habe ich dann auch getan. Ich war hoch motiviert, fühlte mich Körperlich bereit und war auch im Kopf darauf eingestellt. Was ist raus gekommen? Zwar Saisonbestleistung und die schnellsten 1100m meines Lebens aber auch der große Einbruch auf der letzten Runde und das Verpassen der Möglichkeit, eine halbe Norm (Platz 16) für die Spiele zu schaffen. Ich habe geschafft das umzusetzen was besprochen wurde – schneller Angang (24.15), schnelle und aggressive erste Runde(26.3) und Geschwindigkeit für die zweite Runde (27.8). Leider war aber schon nach 1000m die Luft raus, die Beine schwer wie noch nie und die Milchsäure im Kopf. Die letzte Runde war nur noch Kampf und habe ich auch nicht mehr richtig wahrgenommen. Am totalen Limit bin ich mit der langsamsten Runde seit Jahren (30.4) ins Ziel gestolpert. Also an der Moral lag es nicht, gegeben habe ich das letzte Korn…auch wenn es wohl zu viel war . Am Ende ist ein Platz 19. raus gekommen und ich bin, trotz das ich alles versucht habe, sehr enttäuscht. Mal sehen was nun noch passiert…
Mit Platz 19 und weit hinter den eigenen Erwartungen ist die letzte Chance auf die Spiele nun der Mannschaftslauf. Natürlich war dieser schon im Vorfeld die ganze Aufmerksamkeit gewidmet, aber nur wer sich auch auf einer Einzelstrecke gut präsentiert kann im Team laufen und für Deutschland dort an den Start gehen. Ich hoffe das meine erreichten Zeiten und Platzierungen reichen um mit zum nächsten World Cup nach Calgary genommen zu werden um dort für das Team mein Bestes geben zu können.
Wovon hängt dies nun ab? Ein Leistungsausschuss, bestehend aus Präsident, Vize-Präsidentin, Athletensprecher und Sportdirektor, entscheiden am Montagabend wer von der Deutschen Mannschaft nach Übersee fliegt.
Nun heißt es abwarten und hoffen, dass sich die letzten 4 Jahre auszahlen und nicht alles umsonst war.
Letzte (einzel) Chance – vorbei, ob´s nun wirklich zur Olympiade geht muss man sehen wenn´s nach Übersee geht